Eines vorweg:
Obwohl ich von meiner Gesinnung her, den Amerikanern mittlerweile eher skeptisch gegenüberstehe (Seit Bush Junior verstärkt) lese ich immer noch gerne Action- und Agenten Romane aus Amerika. Mit dem Wissen einfach spannende Unterhaltung zu lesen, kann ich über die patriotische Grundstimmung vieler dieser Bücher gut hinweglesen und mich einfach an den spannenden Plots und der detailierten Beschreibung amerikanischer Militärtaktik und -technik erfreuen.
In diesem Zusammenhang ist natürlich Tom Clancy der direkte Vergleichsbezug.
Unbestreitbar ist auch ein Tom Clancy SEHR patriotisch und manchmal geradezu reaktionär in seinen Szenarien. Wer von Euch aber "Im Sturm", "Jagt auf roter Oktober" oder die ganzen anderen "Jack Ryan" Bücher gelesen hat, wird zugeben müssen, dass er sich trotzdem immer bemüht die Gegenspieler plausibel zu machen und oft sogar die Beweggründe so gut rüberbringt, dass die "bösen" gar nicht in dem Sinne "böse" sind, sondern sogar Verständnis vom Leser bekommen.
eine lange Einleitung, die aber wichtig ist, damit Ihr meinen jetzigen Verriss auch einschätzen könnt!
Wie schlecht ist bitte "tödliche Flut" !
Das Buch ist pure, populistische Propaganda eines ultra rechten Republikaners.
Ein Ex Admiral -vom neuen, demokratischen Präsidenten aus dem Amt gedrängt- gibt die Heldenfigur.
Der Präsident ist natürlich ein absolutes Weichei, der im Verlauf des Buches so grenzdebil dargestellt wird und vom Autor direkt schlechtgemacht wird, das es regelrecht peinlich ist weiterzulesen. Man mag das teilweise gar nicht glauben, was man zu lesen bekommt:
Zitat: "Präsident McBridge war Internationalist und felsenfest davon überzeugt, dass Vernunft, Sachargumente und Nachgibigkeit immer und überall die Oberhand behalten würden -egal wie fehlgeleitet der Gegner auch sein möge. Wie schon die Präsidenten Carter und Clinton vor ihm war auch McBridge ein schwankendes Rohr im Wind, ein Karrierepolitiker, der Kompromisse liebte und stets nach der >>goldenen Mitte<< suchte. Ausser seinen politischen vorstelungen besaß er keinerlei Überzeugungen. Er würde sein Leben lang ein Leichtgewicht bleiben. Und er war völlig unerfahren mit der harten Welt der internationalen Verstrickungen...(...)...Keiner hatte ihm bisher die uralte Binsenweisheit kluger Männer beigebracht: Wenn Du Frieden willst bereite Dich auf den Krieg vor...."
So durchsetzt ist das komplette Buch. Immer getrant als Gedanken des bärbeissigen Admirals wird doch nur zu deutlich, dass der Autor hier zum Rundumschlag seiner politischen Meinung ausholt.
Ich betone nochmal: Mit Clancy habe ich kein Problem obwohl auch er "sein" Amerika immer gewinnen lässt. Aber zumindest differenziert er doch oder ist zumindest darum bemüht...
Dazu kommt bei "tödliche Flut" übrigens noch, dass es grauenvoll geschrieben ist. Ob es nun an der Übersetzung liegt, vermag ich nicht zu sagen, aber die gewählte Sprache ist plump und oberflächlich. Kein Gespür für spannende Dialoge ist vorhanden und die Dramaturgie des Buches ist eh "für den Arsch" -ein Ausdruck über den man auch im Buch recht häufig stoplpert.
Nein, wirklich. Diese Buch ist echter Schund und ich kann meine Vorredner überhaupt nicht verstehen, die dieses Machwerk scheinbar recht gelungen finden.
Absolut NICHT empfehlenswert.
PS: Ich habe von Patrick Robinson auch "Nimitz Class" und "Kilo Class" gelesen, weil ich -ich erwähnte es bereits ;)- militärische Action Romane durchaus gerne lese. Auch bei diesen Büchern ist mir der eingefärbte Tenor des Autors bereits aufgefallen, aber die Plots sind doch erheblich besser.