In einer Leipziger Buchhandlung wurde dieser Schmöker noch vor wenigen Wochen als Empfehlung ausgewiesen und der Klappentext las sich durchaus interessant: ein moderner Thriller eines Autoren-Duos mit leichtem Mystery-Flair dank einer geheimen Formel, die ewiges Leben versprechen soll. Und doch scheint es mir nach der quälenden Lektüre, dass hier den Mitarbeitern der Buchhandlung wohl ein peinliches Versehen unterlaufen sein muss, doch zuerst ein kurzer Abriss der Handlung:
Inspector Jeff Mulligan ist ein chauvinistischer, gewalttätiger und ruheloser Cop, der mit durchaus dubiosen Methoden Geständnisse erzwingt und sich mit Prostituierten vergnügt. An seine Seite wird eine junge, unerfahrene Polizistin aus sehr gutem Hause gestellt, die mit ihrem Mentor nicht zurecht kommt. Und doch entscheidet sie sich, gemeinsam mit ihm in einem Mordfall verdeckt zu ermitteln, als Mulligan aufgrund seiner gewalttätigen Eskapaden in den Zwangsurlaub versetzt wird: denn während eine Wissenschaftlerin bereits ermordet wurde, so glaubt Mulligan, dass sie ihm nicht nur in Träumen noch etwas mitteilen will und er spürt stets ihre geisterhafte Präsenz. Der Freund dieser Wissenschaftlerin ist vor einiger Zeit verschwunden und sein Vater führt ein dubioses Pharma-Unternehmen mit Forschungszentren in Mexiko, die Hochsicherheitsgefängnissen gleichen. Dass in dieser Gegend fortwährend Menschen spurlos verschwinden, scheint ein Geheimnis zu offenbaren, das Mulligan zu entdecken versucht.
Zugegeben, das klingt doch durchaus interessant? Wenn aber die Protagonisten ausschließlich simplen Stereotypen entsprechen, die Dialoge und Wortwahl aus präpubertierenden Floskeln besteht und Action-Elemente unpassend und unspannend implementiert wurden, um den Leser nicht gänzlich zu langweilen und zuletzt das gesamte Konstrukt bereits nach den ersten 50 Seiten klar ist, dann wurde das Thema der Spannungsliteratur einfach vollständig verfehlt. Hier ein paar Verfolungsjagden, dort eine Verschwörungstheorie, hier ein Entführung, dort ein Schusswechsel und ein Prise Sex und eine Handvoll Mystery? Das reicht nicht für Qualität. Das durchaus interessant und schön gestaltete Cover täuscht nicht darüber hinweg, dass hier das inhaltliche und sprachliche Niveau in's Bodenlose versinkt und die Handlung oberflächlich, platt, vorhersehbar und unglaublich unspannend ist. Für mich ein Fehlgriff und eine der größten Enttäuschungen in diesem Jahr im Segment der Spannungsliteratur.