Zum Inhalt
Falko Adler auf Kibitzstein, Erbe und Sohn der ehemaligen Wanderhure Marie Adler, zieht sich beim Turnierkampf nicht nur den Zorn seines Mitstreiters sondern auch den des Würzburger Fürstbischofs Gottfried Schenk zu Limpurg zu. Zur Strafe muss er dessen Nichte, die schöne Äbtissin Elisabeth Schenk zu Limpurg, auf ihre Pilgerreise nach Rom begleiten.
Auf dieser Reise muss er seine Fähigkeiten als Ritter unter Beweis stellen und so manche Hürde nehmen. Doch das ist nichts im Vergleich zu dem, was ihn in der heiligen Stadt Rom erwarten wird.
Falko gerät zwischen die Fronten. Stellt der Kibitzsteiner sich nun auf die falsche Seite, wird er zu einer Waffe die alles zerstören kann...
Meine Meinung
Den allerersten Band der Wanderhuren-Reihe, "Die Wanderhure", fand ich richtig gut. Die beiden Nachfolger, "Die Kastellanin" und "Das Vermächtnis der Wanderhure" waren etwas lahm und den vierten Band "Die Tochter der Wanderhure" empfand ich wiederum sehr gelungen. Sodass ich mich auf diesen neuen Band sehr gefreut habe.
Marie und ihre Tochter Trudi sind mir sehr sympathisch und ich habe sie gerne durch ihr Leben begleitet und wollte dies auch bei dem fünften Band tun. Doch die beiden spielen hier leider eine sehr sehr kleine Nebenrolle.
Falko, Maries Sohn, hingegen war mir von Anfang an unsympathisch, oberflächlich und eine Spur zu arrogant. Ich bin mit meiner Meinung über ihn auch ein wenig voreingenommen. Vielleicht liegt es an den Umständen aus dem dritten Teil, in dem Marie Falko als Säugling entrissen und auf den Namen ihres Erzfeindes getauft wurde. Mit diesem Namen verbinde ich leider nur Negatives. Und dieses Buch, in dem Falko der Protagonist ist, bestätigte meine Meinung über ihn. Ich finde er wird der Rolle des Protagonisten nicht wirklich gerecht. Er kann sich kaum gegenüber den anderen Charakteren behaupten.
Auch die anderen Charaktere sind mir nicht tiefgründig genug. Ich hatte Schwierigkeiten eine Bindung zu ihnen aufzubauen, mit ihnen zu fühlen und sie zu mögen.
Generell finde ich das die Männer in diesem Buch alle samt nicht gut weg gekommen sind. Sie werden alle sehr naiv und triebgesteuert dargestellt. Die ganze Zeit denken sie an Vergewaltigungen und suchen Wege wie sie oder vielmehr AN wem sie ihre unzähmbare Lust stillen könnten. Auch den frommen Jungfrauen ist ihre Jungfernschaft nicht heilig. Sie stehen den Männern in nichts nach. Leidenschaft gehört für mich schon in einen historischen Roman, doch hier gibt es keine Leidenschaft, nur Gier. Die Gier nach Lust und Befriedigung. Das ging mir doch sehr auf die Nerven.
Die Geschichte an sich war auch weniger spannend. Also wer historisch etwas erleben möchte greift sich hiermit leider das falsche Buch. Es geht lediglich um den deutschen König Friederich III der in die heilige Stadt reisen will, um sich zum Kaiser des heiligen römischen Reiches krönen zu lassen. Die Römer wollen verhindern, dass dieser sich die Krone der Cäsaren aufsetzt und somit unglaublich an Macht gewinnt. Falko's Freund, der Priester Giso, bekommt den Auftrag die Gegenseite auszuspionieren und zieht Falko in einen gefährlichen Strudel aus Intrigen und Verrat.
Doch nun schluss mit dem Gemeckere. Denn der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen und das Ende hat mir auch gut gefallen. Endlich kam etwas mehr Gefühl hinzu und auch eine leichte Spannung wurde aufgebaut. Und der Titel, der mir anfangs als sehr unpassend erschien, bekam seine Bedeutung. Ich finde dass er doch sehr gut gewählt wurde.
Fazit
Dieses Buch hat mich leider mehr enttäuscht wie begeistert. Obwohl das Ende nach meinem Geschmack war, rate ich dem Ehepaar Lorentz davon ab noch einen sechsten Band zu schreiben! Die Geschichte der Wanderhure sollte nun wirklich zu Ende sein! Trotzdem könnten diejenigen die von den Kibitzsteinern nicht genug bekommen können Freude an Falko's Reise nach Rom haben.