Pressestimmen
"[...]Sehr viel offener geht Sigrid Nökel in 'Die Töchter der Gastarbeiter und der Islam' an die Fragestellung heran. Sie will nicht die Mädchen und Frauen der zweiten Generation als arme, unterdrückte Wesen vorstellen, sondern vielmehr untersuchen, welche Lebensplanungen sie haben und wie sie diese umsetzen." (Reinhard Pöhl in "Gegenwind, März 2005, S. 48)
"»Selbstislamisierung« ist klassische Identitätspolitik, sie dient der doppelten Selbstbehauptung als souveränes Subjekt. Das ist bei Nökel so gründlich, begriffsscharf und theoretisch durchdacht geschildert, dass es nur ein Wort dafür gibt: meisterlich. Es ist auch die beste Antwort auf die Verkennung, die aus pauschalen Urteilen spricht, wie dem neulich zu lesenden, der Islam sei eine unaufgeklärt gebliebene, frühmittelalterliche Religion, die periodisch aggressiv ausbreche." (Ludwig Ammann, Neue Zürcher Zeitung, 26. Juni 2002)
"Nökels junge Musliminnen leben ihren Glauben selbstbewusst und offen mitten in der Aufnahmegesellschaft, nicht konspirativ in einer abgeschotteten Parallelgesellschaft. An ganz konkreten alltagspraktischen Erfahrungen macht Nökel aber deutlich, dass der Anpassungs- und Integrationsprozess von beiden Seiten gewollt und geleistet werden muss, wenn er gelingen will." (Oliver Ernst, DAVO 18, 2003)
Kurzbeschreibung
Seit Jahren ist in Deutschland eine zunehmende Islamisierung zu verzeichnen, die als ein Mittel der Aushandlung von Identitäten verstanden werden kann. Ausgehend von biographischen Erzählungen junger Frauen der zweiten Immigrantengeneration, deren Eltern aus verschiedenen islamischen Ländern stammen, zeichnet die vorliegende Studie diesen Prozess mit seinen Dynamiken und Mechanismen auf. Auf dieser Basis analysiert sie, wie im Austausch mit einer dominierenden nicht-islamischen Kultur und in der Distanz zu einer traditionellen islamischen Kultur individuelle Prozesse der Konstituierung eines universalistisch orientierten islamischen Selbstes verlaufen.