Bei dem Buch "Täterschaft und Tatherrschaft" von Claus Roxin handelt es sich nicht um ein Lehrbuch, sondern um eine Monographie, die sich, wie der Titel bereits vermuten läßt, ausschließlich mit Fragen zur Teilnahme- bzw. Täterschaftsproblematik im Strafrecht auseinandersetzt. Das Buch muß wohl als Standardwerk bezeichnet werden und hat seit seinem ersten Erscheinen im Jahre 1963 maßgeblichen Einfluß auf die Wissenschaft und wohl auch die Rechtsprechung gehabt. Die Bedeutung des Werkes wird umso deutlicher, wenn man sieht, daß es auch in einer spanischen Übersetzung erschienen ist und auch im Ausland große Anerkennung gefunden hat. Roxin stellt beispielhaft einige der früher entwickelten Täterlehren (einige aus dem frühen 19. Jahrhundert) dar, deckt ihre Schwächen auf und entwickelt anhand der verbleibenden verwertbaren Ansätze die Tatherrschaftslehre. Nach dem wie immer unveränderten Hauptteil widmet sich Roxin den neueren Entwicklungen in Judikatur und Wissenschaft. Bei dem Buch handelt es sich um eine höchst wissenschaftliche Arbeit, die teilweise nicht gerade leicht verständlich ist, da auch die Lehren aus dem frühen 19. Jh. auszugsweise wörtlich zitiert werden - die damalige Sprache war halt doch eine andere. Zum Lernen ist das Werk also nicht geeignet und auch nicht gedacht. Trotzdem kann ich nur jedem empfehlen, sich einmal mit diesem Buch zu beschäftigen, sofern man sich für die behandelte Problematik interessiert.