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Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933-1945.
 
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Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933-1945. [Broschiert]

Raul Hilberg
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der Judenmord war nicht das Werk Einzelner. Er wurde von einer hochgradig arbeitsteiligen und bürokratisch organisierten Gesellschaft in die Wege geleitet und verwirklicht; von einer Gesellschaft, die die technischen Mittel dazu hatte und den Willen, sie zu nutzen. Auf dieser Gesellschaftsanalyse basiert das wohl gewichtigste Werk der Schwarzen Reihe: Raul Hilbergs Die Vernichtung der europäischen Juden.

In guter bürokratischer Tradition stand am Beginn des Vernichtungsprozesses die amtliche Definition dessen, was vernichtet werden sollte: das Judentum. Nachdem das Reichsinnenministerium dieses Problem zufrieden stellend gelöst hatte, konnte die systematische Entrechtung und Enteignung der Juden beginnen. Weitere Stufen folgten: die Konzentration der Juden in Ghettos, die Operationen der mobilen Tötungseinheiten, die Deportationen aus den besetzten Gebieten und schließlich die Errichtung spezieller Vernichtungszentren. Hinter dieser höchst effizienten Maschinerie verbarg sich ein ganzes Heer von Namenlosen, deren funktionale Hingabe diesen Genozid erst möglich gemacht haben. Es waren "gewöhnliche" Bürokraten, Reichsbahner, Polizisten und Soldaten, die diese Maschinerie in Gang hielten, und ihre Befehle kamen von subalternen Vorgesetzten, die den "Führerwillen" gewissenhaft vollstreckten.

"Töten ist nicht mehr so schwer wie in früheren Zeiten." -- Es ist dieser Satz Raul Hilbergs, der sich ins Gedächtnis eingräbt. Er ist Fazit und Mahnung zugleich. Der technische Fortschritt machte den Holocaust erst möglich, und es ist dieser Fortschritt, der das Vernichtungspotenzial seitdem immer weiter perfektioniert und ausgebaut hat. Der Verwaltungsbeamte früherer Tage hatte nicht die Werkzeuge, eine ganzes Volks auszulöschen. Der Bürokrat von morgen wird diese Probleme nicht haben, er ist bereits heute besser ausgerüstet als die Nazis jemals waren. --Stephan Fingerle -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Kurzbeschreibung

Nach seinem Standardwerk 'Die Vernichtung der europäischen Juden' beschreibt der Autor die Massenvernichtung der Juden nun aus der Sicht der damals handelnden, leidenden oder scheinbar unbeteiligt danebenstehenden Personen.
Im Teil 'Täter' werden die alten und neuen Eliten dargestellt, die eifrigen Karrieristen in Verwaltung, Armee und Partei, in Verbänden und Organisationen. Sie entstammten allen sozialen Schichten.
Der Teil 'Opfer' beschäftigt sich mit den Opfern und deren vielfältigen Geschichten. Hier geht es auch um die Rolle der Judenräte beim Vernichtungsprozeß und um die Überlebenden.
Im Teil 'Zuschauer' beschreibt der Autor das Verhalten der scheinbar unbeteiligt Danebenstehenden, der kleinen und großen Gewinnler des Judenmordes, die z.B. Wohnungen und Arbeitsplätze übernahmen. Angesprochen wird auch das fragwürdige Verhalten der Staatenwelt, des Roten Kreuzes und anderer humanitärer Organisationen, nicht zuletzt das der Kirchen.

Über den Autor

Raul Hilberg wurde am 2. Juni 1926 in Wien geboren. 1939 flüchteten seine Eltern mit ihm vor dem nationalsozialistischen Terror nach Nordamerika. Dort studierte er u. a. bei dem Politikwissenschaftler und Juristen Franz Neumann, der aus Berlin hatte fliehen müssen. 1945 kam Hilberg als amerikanischer Soldat nach Deutschland und entdeckte in München die in Kisten verpackte Privatbibliothek Hitlers. Dieses Erlebnis steht am Beginn einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus.

Raul Hilberg hat das Standardwerk über den Holocaust geschrieben, das in drei Bänden im Fischer Taschenbuch Verlag unter dem Titel »Die Vernichtung der europäischen Juden« vorliegt. Er veröffentlichte im S. Fischer Verlag das Buch »Täter, Opfer, Zuschauer« und seine Autobiographie »Unerbetene Erinnerung. Der Weg eines Holocaust-Forschers«. 2002 hat er seit neuestes Buch bei S. Fischer vorgelegt: "Die Quellen des Holocaust. Entschlüsseln und Interpretieren".

Träger zahlreicher internationaler Preise. 1999 erhielt er in Deutschland für sein Lebenswerk den Marion-Samuel-Preis der »Stiftung Erinnerung«. Für sein Buch »Die Quellen des Holocaust« wurde ihm der Geschwister-Scholl-Preis 2002 verliehen. Seit 2002 Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes.

Raul Hilberg lebt in Burlington/Vermont.

»Es ist durchaus nicht übertrieben, wenn man feststellt, daß es auf der ganzen Welt niemanden mehr geben wird, der sich unterstehen würde, über den Mord an den europäischen Juden zu schreiben, ohne 'den Hilberg' zu berücksichtigen.« Reinhard Rürup in seiner Laudatio bei der Verleihung des Marion-Samuel-Preises an Raul Hilberg am 19. April 1999 in Berlin -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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