Jaw ist real.
Und anders als so ziemlich alles was ich raptechnisch je gehört habe.
Klassischerweise bin ich mit Battlerap vertraut, mit Storytelling und "deepen" Tracks.
Aber es fällt mir schwer Jaw irgendwo einzuordnen.
Klar gibt es Battletracks auf dem Album. Klar auch Storytelling. Und -größtenteils- Lieder die zum Nachdenken anregen und nicht gerade zum Lachen bringen.
Aber Jaw hat in einem Interview gesagt, dass er dieses Album in erster Linie für sich selbst gemacht hat, um noch einiges zu verarbeiten.
Dabei kommt er so unfassbar authentisch rüber, dass sich jeder Track (mit einigen Ausnahmen) unglaublich persönlich anhört und es extrem schwer macht ihn auf diese 3 Schlagwörter zu reduzieren.
Obwohl sich Jaw selbst als Optimist bezeichnet ist das Album verdammt düster (ich muss dazu sagen, dass ich vor diesem Album nicht mit Jaw oder gar Hollywood Hank vertraut war)
Größtenteils ist es eigentlich gar nicht so negativ, aber Tracks wie die beiden TOA-Teile, "Elena" oder "das dreckige Leben" machen das Album erst richtig episch und brennen sich wirklich ins Gedächtnis.
Ich würde ja sagen "kauft euch das Album, wenn ihr nicht auf Pseudo-Gangster à la EGJ oder Kollegah steht"
aber das würde dem Album nicht gerecht werden.
Eigentlich fahre ich auf Torch,Taktloss,Olli Banjo,Alligatoah und F.R. ab,
aber Jaw ist eine andere Welt und trotzdem, oder gerade deshalb genial.
Rap- und beattechnisch habe ich nichts zu kritisieren, aber die Texte von Jaw sind ohnehin so gut, dass man ihn auch acapella anhören könnte
Emotionsgeladen,dunkel und real.Und glaubt mir, Jaw hat wirklich was zu erzählen.