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Der Tänzer. Roman um den Ballettänzer Rudolf Nurejew.
 
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Der Tänzer. Roman um den Ballettänzer Rudolf Nurejew. [Taschenbuch]

Colum McCann , Dirk van Gunsteren
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 5 (1. Dezember 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499238276
  • ISBN-13: 978-3499238277
  • Originaltitel: Dancer.
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 128.364 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Colum McCann
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Was dem großen Tänzer Rudolf Nurejew bei seiner ersten Saison -- nach seiner Aufsehen erregenden Flucht während eines Gastspiels des russischen Kirow-Balletts 1961 -- in Paris auf die Bühne geworfen bekam, hätte manchen Sänger einer Boy Group vor Neid erblassen lassen. 18 Damenslips waren darunter, davon zwei, die in aller Eile wohl noch während der Vorstellung ausgezogen worden waren, und Dutzende erotischer Polaroidfotos mit den Adressen der abgebildeten Damen. Ein Päckchen russischer Tee hob Nurejew vom Boden auf, Hotelschlüssel, Todesdrohungen, Liebesbriefe und ein Foto des Kosmonauten Juri Gagarin (mit der Widmung "Flieg, Rudi, flieg!"). Ein Pelzmantel flog über die Köpfe der Zuschauer, die in ihrer Erregung Sekunden lang dachten, es handle sich um ein wildes Tier. Des weiteren waren so viele Narzissen aus den Gärten des Louvre unter den Huldigungen, dass sich die Gärtner genötigt sahen, die Beete bis sieben Uhr abends zu bewachen.

Was man dem irischen Schriftsteller Colum McCann für seinen Roman Der Tänzer auf die Bühne der Literatur werfen sollte, dürfte kaum weniger aufregend sein. Denn McCann ist etwas ganz Großes geglückt: Dem Leben eines Jahrhundert-Tänzers mit den Mitteln der Sprache (und damit auch mit den Mitteln der Lüge) ein unauslöschliches Denkmal zu setzen. Beginnend beim fünfjährigen Jungen, der in den Kriegswirren in einem Hospital in Ufa sein erstes Publikum findet über die Zeit seiner größten Erfolge bis hin zum Tod des Superstars zieht sich dieses fiktive Porträt, wobei biografische Daten kaum interessieren: McCann geht es um den Menschen hinter der Aura seines Glanzes. Und um das Porträt einer Zeit, in der der Eiserne Vorhang fiel.

"Dies ist ein Roman", glaubt McCann seinem Buch voranschicken zu müssen: "Mit Ausnahme einiger Personen des öffentlichen Lebens, die ihren wirklichen Namen tragen, sind alle hier geschilderten Personen, Namen und Ereignisse frei erfunden." An dieser Warnung hat der Autor gut getan. Denn derart lebendig, wuchtig und stark kommt Der Tänzer daher, dass man meinen könnte, jedes Wort sei wahr. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

“McCann ist ein Geschichtenerzähler, wie wir wirklich nur wenige haben.” (Elke Heidenreich) Rudolf Nurejew galt als einer der größten Tänzer aller Zeiten. McCann begibt sich in seinem Roman auf die Spuren eines Künstlerlebens, das rätselhaft bleibt. Aus der Sicht der Wegbegleiter des Genies erzählt, entsteht ein schillerndes Kaleidoskop, das von Ost und West, Partyleben und Künstlereinsamkeit, Genialität, Trieb und Tod erzählt. Ein Leben wie ein Roman – ein wilder Tanz. “Das Buch ist so schwerelos wie ein Grand jeté seines Helden.” (Der Spiegel)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
45 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine Tanzkomposition 12. Dezember 2003
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Rudolf Nurejew war schlechthin "der" Tänzer des vorigen Jahrhunderts, der schöne Mann aus der verbotenen Stadt Ufa, der Waffenschmiede der ehemaligen Sowjetunion.In diese Stadt wurden damals die Intellektuellen verbannt, wenn sie Zwangsarbeit leisten mussten. Dort wuchs das Kind "Rudik" auf, und der dann schon berühmte Tänzer Rudolf Nurejew setzte sich 1961 in den Westen ab und erlangte Weltruhm. Es gibt natürlich jede Menge Biographien über ihn und Colum McCann hat diese mit Sicherheit alle gelesen.
Er arbeitet sich in seinem Roman an diesen realen Daten und Gegebenheiten entlang. McCann geht es um den Menschen hinter dem Hauch seines ihn umgebenden Glanzes. Aber er stellt sich vor, wie alles gewesen sein könnte: Die armselige, karge Kindheit in Kriegszeiten; die Jugend im stalinistischen Russland-wahrlich keine Zeit in der man sich als Künstler entfalten konnte.Spät erst hat dieser wunderschöne Tatarenjunge "Rudnik" zu tanzen angefangen, gefördert von der Ballerina Anna, die nach Ufa verbannt war und sein Talent dort entdeckte.Und dann der Westen. Nurejew, der umjubelte Star, dem man schon in der ersten Saison in Paris nicht nur Rosen, Narzissen, Liebesbriefe, Unterwäsche, Hotelschlüssel und erotische Polaroidfotos auf die Bühne warf, sondern immer auch Todesdrohungen und Glasscherben.
Mit einer Aufzählung dieser Dinge, die auf die Bühne fliegen, fängt dieses Buch an und es endet mit einer Aufzählung der Dinge, die nach Nurejews Tod versteigert werden. Was bleibt von seinem Leben übrig? Den Tod selbst erwähnt McCann nicht. Wir wissen, er starb 1993, im Alter von nur 55 Jahren.
Es beginnt in den Kriegswirren in einem Hospital in Ufa. McCann beschreibt in diesem Buch das Elend von Soldaten so eindrucksvoll, wie man es wohl nicht noch einmal wieder finden wird. Die russischen Soldaten kehren heim, haben ihre Schuldigkeit getan, werden in Ufa abgeladen, wo sie keiner sieht, mit amputierten Gliedmaßen, mit schwersten Verletzungen. Und das Kind "Rudik" tanzt für sie, da tanzt er zum ersten Mal, findet sein erstes Publikum, erhält den ersten Beifall von diesen schwer verletzten Soldaten. Ein unter die Haut gehendes Kapitel.
Aber es gibt in diesem Buch auch ein ganz berauschendes Kapitel, dass sich über 45 Seiten hinzieht und dass man wirklich liest ohne das Buch aus der Hand zu legen. Das ist das Kapitel welches erzählt wie der homosexuelle Rudolf mit seinem Freund Victor nachts durch New York streift. Ruhelos, von einer Schwulenbar zur anderen, von einer Sauna zur anderen. Morgens landen sie schließlich am Schlachthof, bei den Lastwagenfahrern. Dort findet man da dann noch in einem Fahrerhaus einen letzten Partner. Unruhig, eckstatisch, egozentrisch und auf der Suche nach dem Spiel mit dem Feuer, nach abnormer Sexualität natürlich.
Zwischen den Kapiteln dann die Stationen eines Lebens. Aus seiner Sicht, aus der Sicht seiner Familie und der seiner Freunde. Jedes Kapitel hat eine andere Melodie. Es wird niemals langweilig. Und es liest sich auch wie eine Chronik des vergangenen Jahrhunderts, es ist das Portrait der Zeit in der der Eiserne Vorhang fällt.
Ein späteres Kapitel beschreibt dann wie sein Freund Victor an Aids stirbt. Das Wort Aids erwähnt McCann nicht, es kreist über diesem Kapitel. Es ist ein trauriges und elendes Ende. Wir wissen, auch Nurejew hat seinen homosexuellen Freiheitsdrang, seine sexuelle Lust bitter bezahlt. Er ist auch wie sein Freund an Ads gestorben.
Dann der Glanz der zahlreichen Parties nach den Ballettpremieren. Übrigens ist vom Tanz selber gar nicht so viel die Rede. Nurejew selber ist der Tanz, Es heißt einmal:"Er ist zu Hause im Königreich seiner selbst". Und wenn er in die Luft springt, hat man das Gefühl, er wird nie wieder auf den Boden kommen.
Nurejew war unwahrscheinlich schön und faszinierend, ein Fanatiker seiner Kunst. Faszinierend ist auch dieses Buch, es ist spannend, poetisch, es ist lebendig und belebend. McCann, ein irischer Autor der seit Jahren in New York lebt, ist ein Geschichtenschreiber wie wir wirklich nur wenige kennen. Und ob die Geschichte die er hier erzählt wahr ist oder nicht, das ist schließlich ganz egal, sie ist auf jeden fall wahrhaftig. Sie bringt uns einen der größten Künstler des vergangenen Jahrhunderts sehr nahe und zeigt darüber hinaus auch den Preis auf, den man zahlen muss, um so ein begnadeter Künstler zu sein.
Das Buch muss man einfach lesen, weil es wunderbare Literatur ist.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Tanz ohne Gleichen. 20. November 2005
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Der rote Einband ist schon Sinnbild der Leidenschaft, die diesen Roman treiben wird. McCanns Geschichte des Balletttänzers Nurejew nahm mich mit wie selten ein Roman. Angefangen in der Trostlosigkeit der Sowjetunion nach dem zweiten Weltkrieg, über den kometenhaften Aufstieg nach der Flucht in den Westen findet dieser Roman sein Finale wieder in der Sowjetunion, in die Nurejew, nach seine Flucht in der Heimat geächtet, für 48 Stunden kurz vor dem Tode seiner Mutter zurückkehren darf. Dazwischen wechseln Tempo und Stil der Geschichte immer wieder mit dem Blickwinkel von Nurejews Begleitern: die Ruhe und Gelassenheit von Schuhmacher und Haushälterin die den von sich selbst Getriebenen Momente der Ruhe geben, die hysterisch-hektische, erotisierende Triebhaftigkeit die seinen Liebespartnern innewohnt und die disziplinierte, dem Tanz hingegebene Spannung seiner Partnerinnen. Dazwischen: Nurejew, seine Familien und seine Ziehfamilie. Allesamt hin- und hergerissen, ja zerrissen von der Suche nach Wärme, Liebe und Anerkennung für Nurejew und für einander. Die Geschichte eines Lebens, die Einblicke in Milieus und Zeiten gibt, in die man sonst selbst kaum reisen kann und die manchmal den Atem raubt.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von B. Preuschoff TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
...das ist die Realität Nurejews gewesen, welche dem Autor zu erfassen voll und ganz gelungen ist - jedoch eben nicht durch reine historische Faktentreue, sondern duch Wandel der Sprache, der Rollen, der Gescwindigkeit, der Farben. Der Leser wird hineingezogen in einen wilden, schönen Strudel des Fühlens und Erlebens, wird Teil des Hin- und Herschwingens zwischen Äufbäumen gegen sozialistische Unterdrückung und Opfer werden von kapitalistischen Auswüchsen, spürt die Verzweiflung im Hetzen von Mensch zu Mensch und Affäre zu Affäre - einfach ein tolles Buch.
Literarisch ein Genuß.
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Besessen
"Dies ist ein Roman. Mit Ausnahme einiger Personen des öffentlichen Lebens,..., sind alle hier geschilderten Personen, Namen und Ereignisse frei erfunden. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Tagen von Susanne Preusker veröffentlicht
Exzessive Figuren
Es gehört eine Menge Selbstvertrauen dazu, mit nur 37 Jahren sich ein einen Roman zu wagen, der eine Figur zum Thema hat, die real und legendär war. Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Gerhard Mersmann veröffentlicht
Ein atemberaubendes Buch.
Colum McCann ist für mich einer der besten zeitgenössischen Autoren - weil er so besondere Themen findet und weil er scheinbar mit den Stilen spielt. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Carla Berling veröffentlicht
Sein Leben dem Ruhm
Colum Mc Cann setzt in seinem Roman das Leben des russisch-österreichischen Balletttänzers Rudolf Nurejew in ein Licht, das nicht nur Anhängern des Balletts... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Juni 2009 von Esther
Mosaik
Da ich kein Ballettkenner oder -fan bin, habe ich keine Biographie erwartet/erwünscht. Trotzdem muß ich sagen, daß ich im Mittelteil das Buch öfters gerne... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Juni 2008 von C. Bernhart
Fesselnd
Auch ohne etwas vom Protagonisten oder viel von Balett zu wissen, hat dieses Buch mit gefesselt. Poetisch, verspielt, verrückt, traurig - einfach genial.
Veröffentlicht am 13. Januar 2008 von Tina
Rudolf Nurejew - ein TRAUM -Tänzer
Rudolf Nurejew - der Ballett-Tänzer schlechthin. Das Buch - keine Biografie - erzählt sehr abwechslungsreich von seiner Kindheit, seinem Aufstieg und deutet das Ende... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Juni 2007 von B. Kugler
sprachlich grandios
Um dieses Buch phantastisch zu finden muss man nichts von Nurejew verstehen, man muss noch nicht einmal etwas von Tanz verstehen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Mai 2007 von Hunter72
Sensibel und berauschend geschrieben
Dieses Buch hat mich in seinen Bann gezogen. Sehr autentisch scheinen die Beschreibungen des Autors, der mit viel Feingefühl einfach die Realität wiedergibt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. März 2007 von Linda Hildebrandt
einfach grandios
dieses buch ist so wunderschön geschrieben wie es gebunden ist. einzelne lebensabschnitte von nurejev werden aus verschiedenen perspektiven erzählt und das gibt dem roman... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. August 2006 von Rabbit
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