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Der Tänzer
 
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Der Tänzer [Gebundene Ausgabe]

Colum McCann , Dirk van Gunsteren
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 473 Seiten
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 5 (Oktober 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498044761
  • ISBN-13: 978-3498044763
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,8 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 295.628 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Colum McCann
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Was dem großen Tänzer Rudolf Nurejew bei seiner ersten Saison -- nach seiner Aufsehen erregenden Flucht während eines Gastspiels des russischen Kirow-Balletts 1961 -- in Paris auf die Bühne geworfen bekam, hätte manchen Sänger einer Boy Group vor Neid erblassen lassen. 18 Damenslips waren darunter, davon zwei, die in aller Eile wohl noch während der Vorstellung ausgezogen worden waren, und Dutzende erotischer Polaroidfotos mit den Adressen der abgebildeten Damen. Ein Päckchen russischer Tee hob Nurejew vom Boden auf, Hotelschlüssel, Todesdrohungen, Liebesbriefe und ein Foto des Kosmonauten Juri Gagarin (mit der Widmung "Flieg, Rudi, flieg!"). Ein Pelzmantel flog über die Köpfe der Zuschauer, die in ihrer Erregung Sekunden lang dachten, es handle sich um ein wildes Tier. Des weiteren waren so viele Narzissen aus den Gärten des Louvre unter den Huldigungen, dass sich die Gärtner genötigt sahen, die Beete bis sieben Uhr abends zu bewachen.

Was man dem irischen Schriftsteller Colum McCann für seinen Roman Der Tänzer auf die Bühne der Literatur werfen sollte, dürfte kaum weniger aufregend sein. Denn McCann ist etwas ganz Großes geglückt: Dem Leben eines Jahrhundert-Tänzers mit den Mitteln der Sprache (und damit auch mit den Mitteln der Lüge) ein unauslöschliches Denkmal zu setzen. Beginnend beim fünfjährigen Jungen, der in den Kriegswirren in einem Hospital in Ufa sein erstes Publikum findet über die Zeit seiner größten Erfolge bis hin zum Tod des Superstars zieht sich dieses fiktive Porträt, wobei biografische Daten kaum interessieren: McCann geht es um den Menschen hinter der Aura seines Glanzes. Und um das Porträt einer Zeit, in der der Eiserne Vorhang fiel.

"Dies ist ein Roman", glaubt McCann seinem Buch voranschicken zu müssen: "Mit Ausnahme einiger Personen des öffentlichen Lebens, die ihren wirklichen Namen tragen, sind alle hier geschilderten Personen, Namen und Ereignisse frei erfunden." An dieser Warnung hat der Autor gut getan. Denn derart lebendig, wuchtig und stark kommt Der Tänzer daher, dass man meinen könnte, jedes Wort sei wahr. --Stefan Kellerer

Pressestimmen

"McCann ist ein Geschichtenerzähler, wie wir wirklich nur wenige haben." (Elke Heidenreich) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

45 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine Tanzkomposition, 12. Dezember 2003
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Tänzer (Gebundene Ausgabe)
Rudolf Nurejew war schlechthin "der" Tänzer des vorigen Jahrhunderts, der schöne Mann aus der verbotenen Stadt Ufa, der Waffenschmiede der ehemaligen Sowjetunion.In diese Stadt wurden damals die Intellektuellen verbannt, wenn sie Zwangsarbeit leisten mussten. Dort wuchs das Kind "Rudik" auf, und der dann schon berühmte Tänzer Rudolf Nurejew setzte sich 1961 in den Westen ab und erlangte Weltruhm. Es gibt natürlich jede Menge Biographien über ihn und Colum McCann hat diese mit Sicherheit alle gelesen.
Er arbeitet sich in seinem Roman an diesen realen Daten und Gegebenheiten entlang. McCann geht es um den Menschen hinter dem Hauch seines ihn umgebenden Glanzes. Aber er stellt sich vor, wie alles gewesen sein könnte: Die armselige, karge Kindheit in Kriegszeiten; die Jugend im stalinistischen Russland-wahrlich keine Zeit in der man sich als Künstler entfalten konnte.Spät erst hat dieser wunderschöne Tatarenjunge "Rudnik" zu tanzen angefangen, gefördert von der Ballerina Anna, die nach Ufa verbannt war und sein Talent dort entdeckte.Und dann der Westen. Nurejew, der umjubelte Star, dem man schon in der ersten Saison in Paris nicht nur Rosen, Narzissen, Liebesbriefe, Unterwäsche, Hotelschlüssel und erotische Polaroidfotos auf die Bühne warf, sondern immer auch Todesdrohungen und Glasscherben.
Mit einer Aufzählung dieser Dinge, die auf die Bühne fliegen, fängt dieses Buch an und es endet mit einer Aufzählung der Dinge, die nach Nurejews Tod versteigert werden. Was bleibt von seinem Leben übrig? Den Tod selbst erwähnt McCann nicht. Wir wissen, er starb 1993, im Alter von nur 55 Jahren.
Es beginnt in den Kriegswirren in einem Hospital in Ufa. McCann beschreibt in diesem Buch das Elend von Soldaten so eindrucksvoll, wie man es wohl nicht noch einmal wieder finden wird. Die russischen Soldaten kehren heim, haben ihre Schuldigkeit getan, werden in Ufa abgeladen, wo sie keiner sieht, mit amputierten Gliedmaßen, mit schwersten Verletzungen. Und das Kind "Rudik" tanzt für sie, da tanzt er zum ersten Mal, findet sein erstes Publikum, erhält den ersten Beifall von diesen schwer verletzten Soldaten. Ein unter die Haut gehendes Kapitel.
Aber es gibt in diesem Buch auch ein ganz berauschendes Kapitel, dass sich über 45 Seiten hinzieht und dass man wirklich liest ohne das Buch aus der Hand zu legen. Das ist das Kapitel welches erzählt wie der homosexuelle Rudolf mit seinem Freund Victor nachts durch New York streift. Ruhelos, von einer Schwulenbar zur anderen, von einer Sauna zur anderen. Morgens landen sie schließlich am Schlachthof, bei den Lastwagenfahrern. Dort findet man da dann noch in einem Fahrerhaus einen letzten Partner. Unruhig, eckstatisch, egozentrisch und auf der Suche nach dem Spiel mit dem Feuer, nach abnormer Sexualität natürlich.
Zwischen den Kapiteln dann die Stationen eines Lebens. Aus seiner Sicht, aus der Sicht seiner Familie und der seiner Freunde. Jedes Kapitel hat eine andere Melodie. Es wird niemals langweilig. Und es liest sich auch wie eine Chronik des vergangenen Jahrhunderts, es ist das Portrait der Zeit in der der Eiserne Vorhang fällt.
Ein späteres Kapitel beschreibt dann wie sein Freund Victor an Aids stirbt. Das Wort Aids erwähnt McCann nicht, es kreist über diesem Kapitel. Es ist ein trauriges und elendes Ende. Wir wissen, auch Nurejew hat seinen homosexuellen Freiheitsdrang, seine sexuelle Lust bitter bezahlt. Er ist auch wie sein Freund an Ads gestorben.
Dann der Glanz der zahlreichen Parties nach den Ballettpremieren. Übrigens ist vom Tanz selber gar nicht so viel die Rede. Nurejew selber ist der Tanz, Es heißt einmal:"Er ist zu Hause im Königreich seiner selbst". Und wenn er in die Luft springt, hat man das Gefühl, er wird nie wieder auf den Boden kommen.
Nurejew war unwahrscheinlich schön und faszinierend, ein Fanatiker seiner Kunst. Faszinierend ist auch dieses Buch, es ist spannend, poetisch, es ist lebendig und belebend. McCann, ein irischer Autor der seit Jahren in New York lebt, ist ein Geschichtenschreiber wie wir wirklich nur wenige kennen. Und ob die Geschichte die er hier erzählt wahr ist oder nicht, das ist schließlich ganz egal, sie ist auf jeden fall wahrhaftig. Sie bringt uns einen der größten Künstler des vergangenen Jahrhunderts sehr nahe und zeigt darüber hinaus auch den Preis auf, den man zahlen muss, um so ein begnadeter Künstler zu sein.
Das Buch muss man einfach lesen, weil es wunderbare Literatur ist.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Tanz ohne Gleichen., 20. November 2005
Von Ein Kunde
Der rote Einband ist schon Sinnbild der Leidenschaft, die diesen Roman treiben wird. McCanns Geschichte des Balletttänzers Nurejew nahm mich mit wie selten ein Roman. Angefangen in der Trostlosigkeit der Sowjetunion nach dem zweiten Weltkrieg, über den kometenhaften Aufstieg nach der Flucht in den Westen findet dieser Roman sein Finale wieder in der Sowjetunion, in die Nurejew, nach seine Flucht in der Heimat geächtet, für 48 Stunden kurz vor dem Tode seiner Mutter zurückkehren darf. Dazwischen wechseln Tempo und Stil der Geschichte immer wieder mit dem Blickwinkel von Nurejews Begleitern: die Ruhe und Gelassenheit von Schuhmacher und Haushälterin die den von sich selbst Getriebenen Momente der Ruhe geben, die hysterisch-hektische, erotisierende Triebhaftigkeit die seinen Liebespartnern innewohnt und die disziplinierte, dem Tanz hingegebene Spannung seiner Partnerinnen. Dazwischen: Nurejew, seine Familien und seine Ziehfamilie. Allesamt hin- und hergerissen, ja zerrissen von der Suche nach Wärme, Liebe und Anerkennung für Nurejew und für einander. Die Geschichte eines Lebens, die Einblicke in Milieus und Zeiten gibt, in die man sonst selbst kaum reisen kann und die manchmal den Atem raubt.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Künstler zwischen Genie und Wahnsinn, 19. April 2005
Von 
B. Preuschoff "preuschoff" (Buchfeld) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
...das ist die Realität Nurejews gewesen, welche dem Autor zu erfassen voll und ganz gelungen ist - jedoch eben nicht durch reine historische Faktentreue, sondern duch Wandel der Sprache, der Rollen, der Gescwindigkeit, der Farben. Der Leser wird hineingezogen in einen wilden, schönen Strudel des Fühlens und Erlebens, wird Teil des Hin- und Herschwingens zwischen Äufbäumen gegen sozialistische Unterdrückung und Opfer werden von kapitalistischen Auswüchsen, spürt die Verzweiflung im Hetzen von Mensch zu Mensch und Affäre zu Affäre - einfach ein tolles Buch.
Literarisch ein Genuß.
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