Michel Van Dyke (47) hat sich nach 20 Jahren als Komponist und Solomusiker in 20 Jahre jüngere Gesellschaft begeben. Zusammen mit Leonard Lazar und Konrad Wissmann nennt er sich Ruben Cossani und baute aus 15 seiner 60er-Popsongs ein Gefühlslabyrinth von Spetor'schem Ausmaß. Man aalt sich im Schlamm lachhafter Beziehungsschlachten ("Sinnloses Leiden"), schlendert verträumt durch die Gegend ("Einmal in zehn Jahren") oder lobt die Liebe für den Augenblick ("Besser jetzt"). Nur sitzt die jeweilige Solostimme immer wieder fliegenden Streicherteppichen auf. Vom Kitschwind verweht erzielen die Worte so oft das Gegenteil der erwünschten Wirkung: Wo sie das Herz der Ex zurückerkämpfen wollen, driften sie ab in unwirkliche Ferne, wo sie "Mitgefühl" abwehren möchten, erwecken sie es derart umstreichelt umso mehr. Trotzdem: Insgesamt weckt das Debüt weniger Beileid als jenes von Kim Frank, der an jeder zweiten Ecke grüßen lässt. Ruben Cossani haben das aber auch weniger nötig, wissen sie doch bei aller Melodramatik sehr gut, wie sich Unbeschwertheit anfühlt. (jas)
Produktbeschreibungen