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Kritische Anmerkungen habe ich jedoch zu bestimmten Schlußfolgerungen des Autors und seinen Hang zu theoretischen Erklärungsmodellen, die - mir zu wenig - die Rolle der jeweiligen nationalen Besonderheiten betonen, obwohl er sich als Anhänger der sogenannten "Akteurstheorie" zu verstehen gibt, die den Systemwandel als Interessenausgleich der beteiligten Akteure interpretiert. Insbesondere die Abgrenzung von autoritären und totalitären Systemen empfinde ich z. T. als problematisch. So wird die Sowjetunion vor der Etablierung der Diktatur Stalins zwischen 1924 und 1929 lediglich als autoritär angesehen. Mit etwas größerer Berechtigung, allerdings für mich auch hier problematisch, gilt dies auch für die Zeitspanne zwischen Stalins Tod und der Konsolidierung der Macht durch Chruschtschow zwischen 1953 und 1956. Das Breschnjew-System dagegen (obwohl - wie Hildermeiers "GEschichte der Sowjetunion" überzeugend zeigt - auf Interessenausgleich der verschiedenen Eliten bedacht, gilt - zu Recht - als totalitär. Was ist mit Chile oder Paraguay ? Hier gibt es naturgemäß Abgrenzungsprobleme, die mit einer - für mich zu weitgehenden - Verfeinerung der erklärten Modelle einhergehen. Dies gilt auch bei der Unterscheidung zwischen parlamentarisch-präsidialen und präsidial-parlamentarischen Systemen. Hier gefällt mir der (zugegebenermaßen ungenauere),von F. Rüb eingeführte Begriff des Semi-präsidiellen Systems einfach besser, da er flexibler und wandelbarer ist. Auch führt ihn die -durchaus berechtigte - Kritik an der zu starren Totalitarismus-Definition von Friedrich und Brezinski zu z. T. fatalen Schlußfolgerungen: So erklärt er allen Ernstes, das Dritte Reich sei "spätestens ab 1941" als totalitäres Regime zu bezeichnen. Dies ist schlichter Unsinn. Spätestens seit dem Tode Hindenburgs und der Übernahme des Reichspräsidentenamtes auch durch Hitler war das 3. Reich ein komplett durchorganisierter Führerstaat und durch und durch totalitär. Auch seine Feststellung, der Staat Ceaucescus sei erst in seiner späten Phase totalitär (sultanistisch-autoritär) gewesen, ist so nicht korrekt. Auch seine Konstatierung, häufig werde die Demokratisierung durch eine Liberalisierungsphase eingeleitet, ist zwar korrekt. Dann aber gerade Rumänien als Beispiel 1989 für diese These zu präsentieren, erscheint mir fragwürdig. Mir fehlen auch wichtige machtsoziologische Begriffe, die etwa Friedrich Pohlmann in seinem hervorragenden Werk: "Politische Herrschaftssysteme der Neuzeit" (dieses Werk fehlt bezeichnenderweise im sonst beeindruckenden Literaturverzeichnis des Autors) eingeführt hat; Begriffe wie Macht und Herrschaft. Der zentrale Begriff der "Herrschaftsstäbe" fehlt völlig und wird durch den - mir zu ungenauen - Begriff der "Eliten" ersetzt. Sonst aber ein hervorragendes Buch
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