Systemische Traumatherapie: Konzepte und Methoden für die Praxis
Das jetzt im Herbst 2008 erschienene Buch ist meines Wissens nach der erste Versuch, die Ansätze der lösungsorientierten systemischen Therapie mit den unterschiedlichen Zugängen der Traumatherapie zu verknüpfen und daraus eine zusammenführende Konzeption zu entwickeln. Theoretische Exkurse, methodische Anregungen und eine Praxiskonzeption für die Traumatherapie mit Kindern und Jugendlichen bieten vielfältiges Handwerkszeug für die therapeutische Praxis und werden durch interessante Graphiken veranschaulicht. Systemiker finden Anregungen aus der Traumatherapie, während Therapeuten mit Ausbildung in einem Individualverfahren Anregungen und Hinweise finden, systemische Perspektiven und Methoden in ihre Arbeit einzubeziehen.
Teil 1 des Buches dient der Einordnung und Skizzierung eines systemischen Ansatzes im Feld der Traumatherapie und beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen, Diagnostik, Interventionen und Methoden einer Systemischen Traumatherapie.
Teil 2 des Buches stellt den Ansatz einer Systemischen Traumatherapie mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien vor.
Berater und Psychotherapeuten mit wenig Erfahrung in der Traumatherapie finden ein Handbuch vor, das in die Thematik einführt und dem Praktiker umfassende Anregungen für sein therapeutisches Handeln bietet. Praxistheorie, Diagnostik, Interventionen, Beispiele, Methoden, Arbeitsblätter, Tests, Konzepte und Modelle aus der Praxis machen das Buch lebendig und konkret.
Bereits erfahrene Traumatherapeuten finden systemtheoretische Konzepte und praktische Modelle wie das Systemische 5-Achsen-Modell, das über 5 verschiedene Zugänge zu komplex traumatisierten Systemen ein unterschiedliches therapeutisches Vorgehen vorschlägt, das sich an der Komplexität traumaorganisierter Systeme orientiert. Dabei steht im Vordergrund der therapeutischen Arbeit die Suche nach den systemischen und individuellen Selbstheilungskräften und das Wiederentdecken der Systemressourcen trotz aller leidvollen Erfahrungen.
Die Autoren beziehen das breite Altersspektrum und das große Systemspektrum innerer und äußerer Systeme mit ein. Sie schaffen es in beeindruckender Weise, diese Komplexität zu reduzieren und dabei die beiden Gebiete der System- und Traumatherapie nicht nur klar verständlich vorzustellen, sondern auch differenziert miteinander in Verbindung zu bringen. Das Buch ist ein Meilenstein in der Entwicklung einer systemischen Traumatherapie.