Pro
Treiber für sämtliche aktuelle Hardware verfügbar
Technisch solide Basis (Windows Server 2008)
Für SSD und 4K-Festplatten problemlos geeignet
Contra
Kein Drive Extender
Keine Ordnerduplizierung
Völlig überflüssige Einschränkungen bei der Installation
Server-Backup nur bis zu 2TB (vgl. jed. Kommentare)
Nicht selten massive Probleme in der Client-Software, für die es kaum Lösungen gibt
Letztlich zwang mich nur der Einsatz neuer Hardware (4K-Sektoren-WD-Platten, keine Motherboard- Treiber für den alten WHS V1) dazu, auf den WHS 2011 zu wechseln, obwohl der alte WHS V 1 bei mir grundsätzlich noch einwandfrei lief. Für aktuelle Hardware führt leider oft keine Weg mehr am neuen WHS vorbei. Grundsätzlich frage ich mich aber, welche Vorteile der neue WHS sonst bieten soll, denn zu den vermeintlichen Neuerungen muss ich feststellen:
- das angepriesene Videostreaming funktioniert nur mit leistungsstarken Desktop-CPUs, die gerade in typischen Homeserver kaum zu Einsatz kommen
- Der Client für MacOS ist nicht kompatibel zu OS X Lion (vgl. jed. Kommentare)
- alle anderen Neuerungen finde ich irrelevant
Den Neuerungen stehen auch 2 große Mankos gegenüber: Wegfall von DriveExtender und der Ordnerduplizierung. Nach Vorstellung von Microsoft soll die Ordnerduplizierung heute wohl durch RAID und das inzwischen automatisierte Backup ersetzt werden - aber
- echtes HW-RAID 5 gibt es nur für teuere Motherboards und SW-RAID kostet eine Menge CPU-Leistung
- das Backup sichert nur auf eine Festplatte bis zu 2 TB. Mein einer Server hat aber 6TB Daten-HDs!
Der Wegfall des Drive-Extenders (der verschiedene Festplatten automatisch zu einem logischen Laufwerk zusammenfasst) ist lästig, wenn man Probleme hat, die Freigaben/PC-Sicherungen gut auf die Server-Festplatten zu verteilen. Zwar kann man eine ähnliche Funktion im Dateisystem von Winows manuell einrichten, allerdings rät Microsoft selber davon ab! Inzwischen gibt es auch eine kommerzielle Erweiterung, die die genannten Funktionen nachrüstet, aber ich zumindest habe ein etwas ungutes Gefühl, wenn die Software einer Fremdfirma im Dateisystem herumwurstelt.
Installation
Folgende Hardware-Anforderungen werden bei der Installation geprüft: 64bit-CPU, 2GB RAM, 160 GB HD, 1,4 GHz-CPU. Dies zu umgehen erfordert das Abändern einer INI-Datei und das Erstellen einer eigenen DVD. Vor allem die Untergrenze der Festplattengröße ist m.E. unzweckmäßig, weil damit ohne Patch eine kleinere SSD als Systemlaufwerk nicht verwendet werden kann, selbst wenn weitere größere Platten eingebaut sind.
Auch unverständlich, warum beim Installieren der Name der Arbeitsgruppe nur mit aberwitzigen Klimmzügen eingestellt werden kann - und dieser kann im Nachhinein nur noch mit immensem Aufwand geändert werden. Warum auch die benutzerspezifischen Freigaben ("Home-Verzeichnisse") aufgegeben wurden, weiß Microsoft allein. Natürlich kann man diese selber einrichten, aber eben nicht in einem Ordner "Benutzer" wie bisher, sondern nur direkt parallel zu den Standardfreigaben (Fotos, Videos...) - sehr unübersichtlich!
Die Oberfläche des Servers wirkt aufgeräumter, hakt aber an vielen Stellen und scheint mit sehr heißer Nadel gestrickt worden zu sein. Ich habe beim Verwalten der Freigaben oft Meldungen über angebliche Fehler erhalten ("Ordner konnte nicht erstellt werden"), die sich später als unsinnig herausgestellt haben.
Ein echtes Problem ist die Installation der ("Connector-")Clientsoftware. Definitiv nicht Installieren ließ sich der Client auf Meinem Windows XP MCE. Auf meinem neuen Lenovo-Laptop mit Windows 7 64bit habe ich stundenlang vergeblich versucht, den Client zu installieren. Dutzende Beiträge in verschiedenen Foren konnten mir nicht helfen. Letztendlich konnte ich den Client erst nach (aus anderen Gründen erfolgten) Neuinstallation des Servers (!) auf dem Client installieren. Absolut unzureichend sind dabei die Fehlermeldungen und Online-Hilfetexte von Microsoft - und das bei Fehlern, die laut Google wirklich weit verbreitet sind! Insgesamt lief die Installation der Clientsoftware nur auf der Hälfte meiner PCs auf Anhieb!
Betrieb
Kommen wir zum positiven Teil: Wenn's läuft, dann läuft's. Im Betrieb überzeugt der WHS. Die Connectorsoftware ist übersichtlich und funktionell. Sie erlaubt erstmals ohne Klimmzüge die Anmeldung am WHS mit einer Benutzname-Passwort-Kombination, die nicht dem aktuellen Windows-Benutzer entspricht - sehr gut. Mit dem Dashboard wird der Server verwaltet. Auch das Admin-Passwort kann man dafür speichern.
Das automatisierte Backup auf eine interne oder externe Festplatte ist lobenswert - wenn da nicht die unzeitgemäße 2TB-Grenze wäre.
Fazit
Für den Preis akzeptabel und bei neuer Hardware ein Muss, aber im Vergleich zum Vorgänger fragt man sich, wo da der Fortschritt sein soll, bei den vielen Rückschritten und vielen kleine Fehlern.