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Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Eine politische Organisationsanalyse
 
 
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Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Eine politische Organisationsanalyse [Gebundene Ausgabe]

Karin Orth
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 13.09.2000
Zwar äußert Jürgen Zarusky einige Einwände in der Besprechung dieses Bandes. Aber dennoch weiß er das Buch summa summarum als "wichtigen Forschungsbeitrag" zu würdigen, insbesondere deshalb, weil hier die Konzentrationslager nicht – wie sonst häufig – isoliert betrachtet würden, sondern ein Blick auf die Zusammenhänge im Hintergrund geworfen werde. Orth geht, wie der Leser erfährt, auf die verschiedenen Funktionen der Lager und deren Veränderungen bzw. die Systematisierung während der nationalsozialistischen Herrschaft bzw. des Krieges ein. In einzelnen Punkten widerspricht Zarusky der Autorin, etwa dort, wo sie behauptet, auch im KZ Dachau seien "marschunfähige Häftlinge" gegen Kriegsende ermordet worden. Insgesamt scheint er jedoch mit Orths Studie zufrieden zu sein. Lediglich die Beschränkung auf den "rein organisationsgeschichtlichen Ansatz" und ihre "sehr nüchterne und oft abrisshaft gehaltene Darstellung" findet er nicht ganz so gelungen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Pressestimmen

»Die thematisch größer angelegte Studie Orths ist aus einer Arbeit an ihrer Gruppenbiographie erwachsen. Hier wird deutlich und dies erscheint als eines der wichtigsten Ergebnisse dieser profunden Studie -, dass selbst die Geschichte des KZ-Staats zunächst offen gewesen ist.« (Christian Hartmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Kurzbeschreibung

Haben die nationalsozialistischen Konzentrationslager ein System gebildet? Und wenn ja: Was waren seine Charakteristika, verfügte es über identische Strukturen? Karin Orth zeigt, dass die Entwicklung der KZ keineswegs linear verlaufen ist. Detailliert und übersichtlich schildert sie die unterschiedlichen Perioden, die zu differierenden Ausrichtungen in der Unterdrückungspolitik führten.
Auschwitz, Majdanek, Buchenwald, Sachsenhausen und die anderen Konzentrationslager sind das Symbol des unmenschlichen NS-Regimes. Hier verknüpfte sich die terroristische Unterdrückung innenpolitischer Gegner mit der Vernichtungspolitik gegenüber den europäischen Juden sowie anderen ethnischen und sozialen Gruppen. Zahlreiche Publikationen, von Überlebenden und Historikern, haben das Grauen dokumentiert. Aber der Kenntnisstand über die Entwicklungsgeschichte und die Struktur der KZ blieb gering. Das änderte sich erst in den sechziger und siebziger Jahren, als im Zusammenhang mit beziehungsweise nach den großen Strafprozessen in Israel und Deutschland die ersten Gesamtdarstellungen des Lagersystems erschienen. Doch diese Untersuchungen halten der historischen Forschung von heute nicht mehr in vollem Umfang stand.
Besonders die Öffnung osteuropäischer Archive erschlossen Historikern neue Quellen - und ließen andere Fragestellungen in den Vordergrund rücken. Karin Orth, die ursprünglich an einer Untersuchung über das SS-Führungspersonal in den KZ arbeitete, mußte dafür ihren Blick auf die Entwicklung der Lager richten. So entstand eine grundlegende Arbeit über die Entwicklungsphasen, Zäsuren und Widersprüche des KZ-Systems.
Orth sammelte Kriterien für den Begriff "KZ-System" und ordnet sie zu einem Gesamtbild. Wichtigstes Indiz ist die organisatorische Unterstellung der Lager unter die "Inspektion der Konzentrationslager", die ab 1942 als Amtsgruppe D des SS-Witschaftsverwaltungshauptamtes fungierte. Sie findet darüber hinaus gemeinsame Charakteristika, identische Organisations- und Verwaltungsstrukturen. Schnell wird deutlich, daß die Entwicklung des nationalsozialistischen KZ-Systems alles andere als linear verlaufen ist.
Detailliert und übersichtlich zugleich schildert und analysiert Karin Orth die verschiedenen Perioden, die zu unterschiedlichen Ausrichtungen der Unterdrückungspolitik in den KZ führten. Dafür hat die Autorin drei zentrale Quellenbestände genutzt: die Akten der KZ-Kommandanturen, die Berichte von Überlebenden und die Akten von rund 100 Straf- und Ermittlungsverfahren gegen NS-Täter. Die Autorin, und mit ihr die Leser, profitieren auch von der neuen, verbesserten Quellenlage nach dem Fall des Eisernen Vorhangs.
Die Geschichtsschreibung über die KZ ist, Martin Walser zum Trotz, mitnichten beendet. Im Gegenteil. Karin Orth zeigt als Vertreterin der jungen Historikergeneration auf, wie groß der Forschungsbedarf bei dem grausigsten Kapitel deutscher Geschichte noch ist. Und sorgt mit diesem Buch zugleich für ein neues Stück Aufklärung.

Der Verlag über das Buch

Eine umfassende Darstellung des Konzentrationslager-Systems
Haben die nationalsozialistischen Konzentrationslager ein System gebildet? Und wenn ja: Was waren seine Charakteristika, verfügte es über identische Strukturen? Karin Orth zeigt, daß die Entwicklung der KZ keineswegs linear verlaufen ist. Detailliert und übersichtlich schildert sie die unterschiedlichen Perioden, die zu differierenden Ausrichtungen in der Unterdrückungspolitik führten.

Über den Autor

Dr. Karin Orth, Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, Politologie und Soziologie in Frankfurt/Main und Berlin. Von 1990 bis 1993 wissenschaftliche Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, 1994 bis 1997 der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg und 1998 des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Von 1994 bis 1999 Lehrbeauftragte der Universität Hamburg, seit 1999 wissenschaftliche Assistentin am Historischen Seminar der Universität Freiburg. Veröffentlichungen zur Geschichte städtischer Unterschichten im Kaiserreich, zur Oral-History, zur Täterforschung sowie zum Nationalsozialismus.
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