Das Problem, das man bei der Entwicklung grosser (Datenbank-)Systeme hat, ist, dass man relativ schnell den Überblick verliert, es sei denn, man hat ein gutes, systematisches Vorgehen. Andere Lehrbücher (z.B. von Herrn Zehnder) konzentrieren sich dabei mehr auf das Erklären, was eine Datenbank eigentlich ist und wie man sie strukturiert. Somit geht der Stoff, der vermittelt wird, nicht weit über die Erstellung eines ERM-Diagramms hinaus. In der Praxis zeigt sich aber, dass die Probleme in der Regel dort erst beginnen. Meist werden (Geschäfts-)Funktionen vergessen oder falsch entwickelt, weil Daten, Funktionen und der Zeitliche Ablauf innerhalb eines Systems nicht miteinander koordiniert wurden. Kurz: Die meisten Lehrbücher vermitteln ausschliesslich Theorie. Was aber in der Praxis (wo die Datenbanken immens komlexer sind als die Verwaltung der privaten Videos) dringend benötigt wird, sind Hilfmittel, mit denen man die Lücken und die Widersprüche im System finden kann, weil nichts teurer und aufwändiger ist, als nachträgliche Änderungen an einem Datenbanksystem. Hier kommt das vorliegende Buch ins Spiel.
"System-Entwicklung in der Wirtschaftsinformatik" ist vielleicht nicht das richtige für ein Selbststudium, da es - ohne zusätzliche Informationen - recht verwirrend und holprig wirkt. Als Lehrbuch für den Frontalunterricht oder als Hilfsmittel-Lieferant und Nachschlagewerk für die Praxis finde ich es ideal und setze es auch vorwiegend in meinem Unterricht ein, den ich neben meiner Hauptanstellung leite.
Was etwas gegen das Buch spricht, ist der relativ hohe Preis. Insbesondere als Lehrbuch, wenn man - wie ich - Zehnder (als Vertreter für die Theorie) UND dieses Buch (als Vertreter für die Praxis) GLEICHZEITIG einsetzt. Wenn es nur um die Praxis ginge, hätte ich Zehnder schon lange nicht mehr, denn "System-Entwicklung in der Wirtschaftsinformatik" steht immer in Griffweite auf meinem Pult.