Meiner Meinung nach die besten Newcomer des Jahres, Synthtic Adrenaline Musik ist eines der besten Alben in meinem CD-Regal!!! Einfach Kopfhörer auf, volle Lautstärke aufdrehen und sich einfach mal vollrauschen lassen...
EPIC
Als Intro zu werten, bildet es den Auftakt zum Folgenden Massengewummer. Es stimmt vortrefflich auf die folgenden Tracks ein, mit typischem SAM-Soundgetüftel...
SYNTAX ERROR
Die Ohren werden mit rhytmischem Bassgetrommel begrüßt, der Fuß muss sofort mitwippen. Ein Sample darf nicht fehlen, um die Stimmung von Militär, Technik und Funkverkehr aufkommen zu lassen. Dann kommt der Bass noch mehr aus der Tiefe und man bekommt langsam - wenn auch für meinen Geschmack etwas zu lang - eine Vorahnung was einem auf dem Album erwartet.
24 STUNDEN (HARSCH MIX)
Jaaa, "24 Stunden" ist ja schon ein absoluter Szene-Hit! Der Mix kommt noch härter rüber, recht metallisch und will nur zum Tanzen bewegen. Schon fast hat man das Gefühl im Funkenregen zu stehen, pure Gewalt und Aggression am Werk - "Du wirst es ertragen weil du keine andere Wahl hast". Die Wahl hat man in der Tat nicht, weil diesem Hit will man sich nicht entziehen.
CHAOS AND CONFUSION
Treibender, technoider Beat mit starkem industriellen Einfluss. Rhytmisch. Abslout tanzbar und magisch mitreißend. Zerschnittenes Sample. Dann das zweite Sample und wer bis jetzt noch nicht zum Tanzen überredet wurde, den zuckt es spätestens danach durch alle Glieder. Gen Ende bemüht sich der Song durch schranzartige Variationen die Stimmung zu halten. Im richtigen Moment kommt das Sample erneut, Stimmung auf dem Höhepunkt, Masse zuckt, sich steigernd bis zum Ende
HARD TECHNOLOGY
Ja das ist Discohit Nummer Zwei. Nach CHAOS AND CONFUSION allerdings schon ein bischen was zum ausruhen. Nachdem man nach CAC auf dem totalen Höhepunkt ist, braucht HARD TECHNOLOGY ganze 1 1/2 Minuten um auf den Beat zu kommen. Meiner Meinung im Album einfach ein wenig fehlplatziert oder den Start zu lange gezogen. Als einzelner Hit so allerdings prima. Nur halt im Kontext des Albums einfach eher was zum ausruhen. Erst am Ende baut sich die Maschinerie auf und bildet damit eher eine Überleitung zu ZODIAC KILLER
ZODIAC KILLER
Thema Flucht. Damit sogleich am Anfang konfrontiert und mit dem passenden Beat besetzt. Schneller Rhytmus, aber vorsicht für alle stark auf EBM eingefahrenen Szene-Gruftis: Der Song ist etwas monoton. Ich will jetzt nicht technoid schreiben (das kommt später), aber große musikalische Variationen sollte man nicht erwarten. Passt allerdings zum Konzept, denn die Flucht soll ja unausweichlich und chancenlos erscheinen.
FILTER
setzt da an, wo ZODIAC KILLER aufhört. Ähnlich monoton, allerdings Industrial-lastiger. Der Beat langsamer, dafür der Bass mehr aus der Tiefe und die Industrie direkt ins Gesicht geschlagen. Auf 4 1/2 Minuten könnte man den Jungs durchaus Einfallslosigkeit unterstellen, als Projektion aber auf das Massenorientierte Leben im Kontext mit dem Sample aber durchaus ausgetüftelt und aussagekräfitg.
BLACK RUBBER DANCE
Wie der Titel schon sagt, soll jetzt wieder zum Tanzen aufgerufen werden. Schneller Beat, nahezu hippelig. Wumpscut-typisches Sample, aber musikalisch um Längen besser was Rudy R. produzieren kann. Allerdings wieder Achtung: Hier ist die technoide Anlehnung nicht zu überhören. Sehr melodisch geführt! Für Hörer die die Mitte zwischen Techno und Electro treffen wollen genau das richtige. Hier trifft wohl TBM (Techno Body Music) absolut zu.
RORSCHACHTEST
Das Motiv hat sich nicht geändert, wohl aber der Sound. Dieser ist wieder industrieller geworden, bassig und absolut treibend. Energiegeladenes, powerndes Fabrikgeschmettere.
TIME ENVELOPE
Aus einem Bassgerausche entwickelt sich der Beat, der nun peitschend in die Halle geknallt wird. Der Track ist nicht so dicht gewebt und wirkt durchaus "luftig" was dem ganzen Album eine Art Auflockerung verschafft, und die Stimmung trotzdem optimal auf einer Ebene zu Halten schafft.
ENEMY LIST
Endlich wieder sattes Geknattere, schneller Beat und Bassgewummer. Das ist meiner Meinung nach einer der geilsten Tracks auf der Scheibe und hat auch schon seinen Weg in die Clubs gefunden. Eigentlich weiß ich garnicht was ich schreiben soll, sicherlich ist es zum einen das Sample, was den Song nochmal putscht. Aber es dominiert ihn nicht, im Gegenteil, dominierend ist der Beat, was dazu führt, dass man dazu einfach nur tanzen MUSS.
SYNTHETIC VISION
Das Geknatter verstärkt, einfache Struktur, die Melodie 100% Industrie. Ein typischer Industrial-Track, der gerade die Leute begeistern wird, die vom ganzen Sample-Bass-Sample-Einerlei die Schnauze voll haben.
ASCENT (TIP!)
Und das ist nun mein Lieblingstrack. Wenn mich jemand fragt, wie man Techno und Industrial denn nur miteinander vermischen kann, dann sag ich "Junge - zieh dir Ascent rein und du hörst dass der Mix weder illegal noch schlecht ist" Hier haben wir eine Mischung aus Schranz (->Schrei und Tanz!!!!) und SAM-typischer Industriemucke. Der stärkste Track, hoffentlich gehts weiter so - auch gegen alle EBM-eingefahrenen Kritiker. Nur Mut - ihr schwarzen Höhrer!
SEX UND GEWALT
Ohne Samples könnte der Track sich nicht entfalten. So aber hallt es durch alle Gehirnwindungen (wenn die Lautstärke denn auch richtig eingestellt ist) und zeigt mal wieder, wie auch mit Fabrikgerausche tanzbare, powerende, Melodie erzeugt werden kann.
TRAPPERFIEBER (TIP!)
Ein Track der sich bei mir immer mit Ascent auf der Lieblingssongrangliste prügelt. Durchaus vergleichbar, wenn auch mit Sample, aber industriallastiger und abwechslungsreicher. Den Kritikern denen Ascent zu technoid ist, die sind mit Trapperfieber richtig bedient. Hart, herzlos, beklemmend und klaustrophobisch.
COMPACTOR (TIP!)
Ja gegen Ende kommt die Suppe zum Kochen. Wurde am Anfang des Albums noch die Energie in Zaum gehalten, darf man gen Ende nun endlich explodieren. Alles was jetzt noch nicht raus gekommen ist, wird mit Compactor rausgeschlagen. Die pure Musikgewalt schlägt brutal zu - ein Genuss sich einfach abzuknallen.
Tja zu den Bonustracks sag ich mal nichts, ist sehr SAM-typisch und ziemlich geil. Ein großes Dankeschön an die Jungs, dass sie uns diese Tracks nicht vorenthalten.
FAZIT: Ein Muss für alle toleranten Electromenschen, die durchaus experimentierfreudig sind und die alten (manchmal Mainstream-) Spuren des Club-Electros nicht zu sehr aus den Augen bzw. Ohren verlieren wollen!