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Es wäre nicht Devin der Freak, würde sich nicht sofort völlige Verblüffung einstellen. „Let It Roll” klingt nicht wie es heißt, entführt den gespannten Hörer vielmehr in eine supergeschmeidig meditative WINGS meets NIRVANA Ballade und stellt einen starken, aber mehr als ungewöhnlichen Einstieg dar. Ruhiger lässt er’s angehen, der verrückte Professor. Auch wenn ab „Hypergeek“ wieder die typischen – gewohnt ultrafett produzierten - Soundwände zu vernehmen sind, fühlt sich alles ein wenig zarter und behutsamer an. Der Meister brilliert mit eingängig gefühlvollen Gesangslinien, die Instrumentalisierung hält sich dezent songdienlich im Hintergund und „Synchestra“ entpuppt spätestens jetzt seine hypnotisch geniale Wirkung! Country grooves, orchestral flächendeckende Bombastpassagen und einfach nur fesselnde Ohralcollagen zwischen Psychedelic Rock und sphärischem Heavy Metal sind es, die den neuen Geniestreich – vor allem in seiner sich als Gesamtkunstwerk entfaltend, unglaublich schön erscheinenden Unschuld - dominieren. Das superb groovende „Babysong“, mit seinen fast märchenhaften Aufbauten und herrlichen Spannungsbögen, der schräg verrückte Doppelpack „Vampolka/Vampiria“, das effektiv rockende „Gaia“ oder gewohnt lavaartige Flächenbrandepen a la „Pixillate“ sind allesamt Kleinkunstwerke, die ihre wahre Pracht zwar erst nach einigen Durchläufen restlos offenbaren, spätestens dann aber nicht mehr aus den Gehörgängen zu bringen sind.
Der Überraschung über ein relaxt sphärisches Album – es wäre nicht dieser Kerl, wäre es anders - nicht genug, haut Devin mit „Sunshine And Happiness“ noch mal ganz locker eine lupenreine 80er Glam Nummer vom Stapel, die an Hitpotential, Partyfeeling und Hittauglichkeit kaum zu toppen scheint und ein extravagant, wie nahezu perfektes Album krönend abschließt.
Entspannend und erholsam zeigen sich die fesselnd genialen Ausgeburten des freakigen Kanadiers im Jahre 2006, ohne jedoch darauf zu vergessen, die typisch markanten Grooves und Gitarrenläufe zu zitieren, die seine Fans lieben und seine Kunst so einzigartig machen. Auch wenn „Synchestra“ definitiv der gemütlichste Release des Mad Scientist of Metal ist, vielleicht die ein oder andere Länge zu viel offenbart und mich persönlich ein klein wenig heftigeres Soundkleide durchaus erfreut hätte, ist die Klasse dieses Albums absolut unantastbar und für Freunde des freakigen Kanadiers ohne Wenn und Aber ein erneuter Pflichttermin.
Dieser Kerl ist und bleibt das genialst wahnsinnigste Genie seiner Zeit und „Synchestra“ ist wie ein Klaus Kinski Interview: Pure Trance, spannend, krank, unberechenbar, hochexplosiv, gefährlich und eigentlich, ganz tief drinnen, richtig nett...
Noch was ganz Wichtiges: Unbedingt die Version mit Bonus-DVD nehmen. Die "Live in Studio"-Show beinhaltet über eine weitere Stunde feinstes Material aus anderen Alben. Dabei z.B. "Life" und "Regulator" aus "Ocean machine". Ganz heftig vertreten ist "Accelerated Evolution!" mit "Storm", "Away", "Slow me down" und "Deadhead". Und mitten in "Away" geht der Song über in das göttliche "Deep Peace" aus "Terria". Apropos "Terria". Den Übersong "Earth Day" gibts ja auch. Und das Alles in feinsten Versionen, die mal verspielter, mal rauer, mal dreckiger und mal virtuoser sind als die Albumversionen. Dabei hat Devin übrigens mitunter Probleme, seinen eigenen ambitionierten Gesang der Studioaufnahmen hinzubekommen. Aber wen kann das wundern.
Jedenfalls ist "Synchestra" für mich das erste richtige Highlight des Jahres. Trotzdem nochmal die eindringliche Warnung an Ersthörer: Nehmt euch viel Zeit. Es wird sich lohnen.
Überhaupt war ich selten so gespannt auf das, was ich gleich zu hören bekomme.
Bei Accelerated Evolution stellte er eine Band zusammen, mit der er länger zusammen arbeiten wollte - immerhin: Bei Synchestra sind die gleichen Musiker dabei, was erstmals der Fall in seiner Solo-Karriere ist.
Und es hat sich gelohnt. Wieder hört man eine unglaubliche Spielfreude aller Beteiligten heraus. Herausragend natürlich die röhrende Lead-Guitar des Kanadiers.
Auf "Synchestra" passt einfach alles zusammen. Es wiederholt sich nichts und trotzdem klingt es vertraut. Doch man sollte sich nicht täuschen lassen: Die Songs entwickeln sich erst nach mehrmaligem Anhören. Der Song, der sofort hängenbleibt ist ohne Zweifel "Gaia". Nach weiterem Anhören finde ich "Sunset" höchst interessant... Die Sangesleistung ist ebenfalls wieder einzigartig (neben brüllen, schreien, flüstern).
Die Liste ließe sich weiterführen - aber auch das ist von den bisherigen Alben bekannt.
Die Produktion kann als fehlerfrei bewertet werden. Die Rhythm-Sektion harmoniert hervorragend, die versteckten Instrumente nimmt man wirklich erst nach mehrmaligem hören wahr.
Die Keyboards sind effektvoll und gezielt eingesetzt - sie unterstreichen die Sound-Wände ganz hervorragend.
Alles in allem ein unglaublich mächtiges und kraftvolles Album. Man sollte sich Zeit nehmen und es mehrmals hören.
Ich freue mich schon jetzt auf ein weiteres Live-Erlebnis (auf der Zusatz-DVD bekommt man einen kleinen Einblick) - diesmal vielleicht in etwas größeren Hallen? Verdient hätte er es.
sein musikalischer stil orientiert sich sehr stark an den beiden grandiosen vorgänger-alben "terria" und "accelerated evolution". Lesen Sie weiter...
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