Überblickt man die Diskografie des Geigers und EMI-Exklusivkünstlers Maxim Vengerov, dann stellt man vor allem eines fest: Er meistert Meilenstein um Meilenstein, und er überrascht dabei mit interessantem Repertoire. Es sind persönliche Erfahrungen, die ihn zu seinen Aufnahmen inspirieren - so zum Beispiel die große Freundschaft mit Mstislaw Rostropowitsch, der bei der im Mai erschienenen Einspielung des Violinkonzerts von Britten und des Violakonzerts von Walton am Dirigentenpult stand. Jetzt widmet sich Vengerov der französischen Konzertromantik - und wieder sind persönliche Erfahrungen im Spiel.
„Das ist ein wenig nostalgisch für mich, eine Rückkehr zu meiner Kindheit", sagt Vengerov, der bereits mit 7 und 8 Jahren die großen Werke von Lalo und Saint-Saëns spielte. Dass er sie erst jetzt aufnahm, hat auch damit zu tun, dass er in Antonio Pappano einen kongenialen „Begleiter" fand. „Die Werke sind höllisch schwer zu dirigieren", sagt Vengerov, „weil sich der Solist so viele Freiheiten erlauben kann." Typisch für die französische Romantik ist ihre Verbindung zu Spanien und den exotischen Gefilden der Volksmusik - eine Entwicklung, für die Lalos Symphonie espagnole und Ravels Tzigane beispielhaft sind. Saint-Saëns' drittes Violinkonzert dagegen ist noch immer ein Geheimtipp des Repertoires - ein höchst farbiges und mitreißendes Werk jenseits der bekannten „Schlachtrösser".