Abbas Maroufi trifft in "Symphonie der Toten" einen sehr schönen Ton, wie man ihn selten hört. Er schildert in diesem Buch das Existieren, manchmal Vegetieren einiger Menschen, deren Seelen vom Leben in ihrer engen, iranischen Stadt, von Neid, von einem schicksalhaft uneinsichtigen, verbohrten Vater zerstört werden. Dieses langsame, todtraurige Zermahlenwerden, die Vernichtung der Persönlichkeiten, wird wie Musik gespielt, mit einem trockenen Schmerz, der sich an manchen Stellen zum Wahnsinn krümmt. Virtuos wechselt die Erzählperspektive von Zeit zu Zeit; eine andere Person aus der Geschichte übernimmt dann die erste Stimme und erzählt weiter, aus ihrer Perspektive, in einer anderen Tonlage, einer anderen Stimmung. "Symphonie der Toten" ist ein sehr besonderes Buch, von großer künstlerischer Qualität und Meisterschaft. Es ist das Beste, was ich in den letzten Jahren gelesen habe.