Noch gar nicht lange ist es her, da galt die Musik von Arnold Bax lediglich als Geheim-Tipp. Das hat sich längst geändert. Es war vor allem das Label Naxos, das kontinuierlich an Bax festhielt und mehr und mehr seiner (unvergleichlichen) Werke herausbrachte. Inzwischen ist diese Serie auf mehrere Titel herangewachsen, die alle sehr empfehlenswert sind.
Die 7. Symphonie ist eine der interessantesten Kompositionen von Bax. Zugleich ist es auch seine letzte. In ihr bietet er noch einmal das auf, was sein Werk stets ausgemacht hat; überbordende Romantik, chromatische, üppig wuchernde Melodie-Gebilde und eine irisierende, in allen Farben schillernde Orchestration, die so wohl ihresgleichen sucht.
Ganz klar; "Tintagel" ist mehr als bloß eine Zugabe. Immerhin ist es Bax'populärstes Werk! Und doch will mir (auch nach etlichen genußreichen Hörstunden) die Symphonie besser gefallen. Hier ist Bax noch mehr in seinem Element. Die 7. ist ein ganzer Garten voller Motive, die eine archaisch-nordische Sagen-Stimmung erschaffen. Da kann man schon verstehen, weswegen Bax bisweilen als "englischer Sibelius" bezeichnet wurde.
David Lloyd-Jones läuft hier zu dirigentischer Höchstleistung auf. Es ist bemerkenswert mit welcher Selbstverständlichkeit er die Partitur fortspinnt, transparent, natürlich und doch mit dem nötigen "langen Atem".
So und nicht anders sollte es sein!
Da auch die Klangtechnik (wie bei den anderen Bax/Naxos-Produktionen auch) die Höchstnote verdient kann man von einer Traum-CD sprechen. Freunde von spätromantischen, farbtrunkenen Klängen können hier bedenkenlos zugreifen.
Sie werden nicht enttäuscht werden!