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Der südkoreanische Regisseur Park Chan-wook legte zunächst zwei veritable Flops aufs rutschige Blockbuster Parkett, bevor ihm mit dem allseits bejubelten Joint Security Area (JSA) der erfolgreichste Film aller Zeiten gelang, bezogen auf sein Heimatland Korea, versteht sich. Auch in Deutschland war die Kritik voll des Lobes und der Film erfuhr eine beachtliche Auswertung in etlichen Programmkinos hiesiger Großstädte. Bei seinem nächsten Projekt hatte Park dann Carte Blanche und konnte so Richtig in die Vollen gehen.
In kurze Sätze gekleidet und ohne mehr als das Notwendigste zu verraten geht es um den taubstummen Stahlarbeiter Ryu, der die Tochter seines Chefs kidnappt, um mit der erpressten Geldsumme die horrenden Kosten einer Nierentransplantation für seine über alles geliebte Schwester zu bezahlen. Nichts läuft nach Plan, und schon bald haben es Ryu und seine Schwester mit einem kompromisslosen Gegner zu tun. Dies ist der Ausgangspunkt eines Films, der sich schwer in Worte fassen lässt. Regisseur Park Chan-wook scheint mehr an isolierten Momenten interessiert, als an der Dramaturgie der fortlaufenden Geschichte, die sich von Minute zu Minute unabwendbar und immer radikaler in ein blutiges Drama verwandelt. Das Konzept dieses ungewöhnlichen Films beruht auf der Externalisierung menschlicher Emotionen. Um seiner Haltung Audruck zu verleihen, zerfetzt etwa ein arbeitslos gewordener Angestellter vor den Augen der Familie seines ehemaligen Chefs seinen Körper mit einem Tapeziermesser. Wenn das Blut aus den frischen Schnitten quillt, ist diese letzte Tat ein stummer Schrei, eine Anklage ohne jeglichen Anflug von Sentimentalität.
Stilistisch bedient sich der Regisseur langer Einstellungen, die den Zuschauer kommentarlos auf Distanz halten. Die Wirkung ist ernüchternd, hat jedoch nichts von der sinnlichen Rauschhaftigkeit so manch einer Splatter-Orgie, obwohl es hier nicht weniger blutig zugeht. Sympathy for Mr.Vengeance ist eine Studie, über das Elend des Lebens, das sich meist aus den Umständen, oft aber auch ganz einfach zufällig ergeben kann. In kaum zu überbietender Eindringlichkeit verfolgt der Film also im Kern einen zutiefst humanistischen Ansatz. Ein kaum beachtetes Meisterwerk, das in seiner drastischen Bildsprache sicher nicht jedermanns Sache ist, für alle anderen jedoch unbedingt empfohlen wird. --Thomas Reuthebuch
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Ein exzellenter Film in guter technischer Umsetzung. Nur die Extras enttäuschen etwas.
Bild: Insgesamt stellt sich das Bild durchaus gut dar, auch wenn es kleinere Schwächen gibt. So ist es etwas farbschwächer als beispielsweise die koreanische DVD, weswegen es hier auch nur zu sieben Punkten reicht. Rauschen ist fast nicht vorhanden, was auf einen Rauschfilter zurückzuführen sein dürfte. Dafür finden sich hin und wieder stehende Rauschmuster (00:54:57), die aber nicht allzu störend sind. Das Bild ist angenehm scharf 00:52:37; Wald im Hintergrund), verliert aber bei schnellen Bewegungen an Dichte (01:35:22). Der Kontrast ist ausgewogen, selbst bei dunklen Szenen mit dunklen Elementen im Vordergrund (00:45:42).
Ton: Im direkten Vergleich schneidet die koreanische Tonspur etwas besser ab, da der deutsche Ton etwas dumpf klingt. Zudem ist die Synchronisation auch keine Offenbarung und wird dem Film nicht im Mindesten gerecht. Der Mix ist recht hübsch geworden, wobei leichte Effekte wie Vogelgezwitscher oder das Platschen von Wasser bei der Räumlichkeit zu gefallen wissen.
Extras: Neben dem Trailer in Deutsch und Koreanisch gibt es ein knapp 30-minütiges Behind-the-Scenes-Feature, das jedoch mangels deutscher Untertitelung oder Offsprecher ziemlich wertlos ist. --movieman.de