Das Buch heisst im Untertitel "Strukturprinzipien in Natur und Technik". Darum aber geht es in diesem Buch nur sehr am Rande.
Stattdessen wird in diesem Buch Symmetrie zu einem Generalkonzept erhoben, das der Autor v.a. anhand der Physik zu belegen sucht.
Nach einigen einleitenden Worten geht es los: "Wo man hinschaut - Symmetrie" (spätestens hier hätte der Leser gewarnt sein müssen...). Die folgenden 25 Seiten sind eine gut gelungene, verständliche und umfassende Darstellung der verschiedenen basalen Symmetrien im 2- und zum Teil auch 3-dimensionalen Raum (Spiegelung, Drehung etc.).
Dann aber fällt der Text ab: "Symmetrie in der Natur" umfasst ganze 10 Seiten, in denen so durch Galaxien, Kristalle, Pflanzen und Tiere gerast wird, das am Ende zu keinem Thema etwas Anständiges herauskommt. Besonders die 2 Seiten zur Symmetrie bei Pflanzen sind an Banalität schwer zu überbieten.
Das nächste Subkapitel (12 Seiten) befasst sich mit der Ordnung der Atome und Kristallgittern, etwas veraltet in der Darstellung, aber trotzdem nicht schlecht.
"Spiralität in der Natur" befasst sich fast ausschliesslich mit Schrauben, nicht einmal die grundlegenden Spiralsymmetrien, auf die ja auch das Titelbild anspielt, sind angesprochen - ein sehr lückenhaftes Kapitel.
Nun aber beginnt der zweite grosse Abschnitt, "Symmetrie - verborgen in allen Dingen", der knapp 2/3 des Textteils ausmacht. Und hier wird es auch für mich als physikbegeisterten Leser ärgerlich: Der Autor geht durch die Physik und entdeckt überall Symmetrie, vom Relativitätsprinzip bis hin zur Quark-Leptonen-Symmetrie. So gut die Darstellung dabei streckenweise ist, hat das Ganze mit dem Thema des Buches oft nur am Rande zu tun und dient dem Autor eigentlich nur dazu, ein verbrämtes Universalmotto bis in die subatomare Ebene zu untermauern.
Das abschliessende Kapitel "Symmetrie - die Allgemeingültigkeit eines Prinzips" versucht auf etwas über 10 Seiten den grossen Rundumschlag. Hier finden sich Sätze wie z.B.: "[Der Abstammungslehre] liegt die Invarianz der biologischen Eigenschaften von einer Generation zur nächsten zugrunde." Dieses Kapitel endet mit einer schludrigen Betrachtung von Symmetrie und Assymmetrie in der Kunst, und dann ist das Buch zu Ende.
Was bleibt? Eine ganz gute Einführung am Beginn des Buches, viel und durchaus für Interessierte ganz nette Physik im 2. Teil. Dem im Untertitel gesetzten Anspruch aber wird das Buch nicht gerecht, da die Symmetrie in der Natur extrem kurz und schlampig, die in der Technik sogar nirgendwo in diesem Buch dargestellt ist.
Eine verpasste Chance - Thema verfehlt.