Pendereckis Siebte ist ein wuchtiges, monumental wirkendes Werk. Wie der Beiname bereits verrät, verbindet der Komponist hier das klassische Genre der Sinfonie mit Sphäre der geistlichen Musik. Freunde moderner Oratorien dürften sich ebenfalls für das Werk interessieren.
Ein erschütterndes "Magnus Dominus" des Chors ganz zu Anfang setzt bereits den Ton. Der Stil ist ganz Penderecki: grimmiger, rauher, spätromantischer Tonbombast im besten Sinne, mit opernhaften Effekten und Feuerwerken, gleichzeitg aber völlig frei von Kitsch und Sentimentalität. Wenn es einen entschiedenen Gegenentwurf zu der Strömung des Minimalismus gibt, dann exemplifiziert ihn Penderecki auf mustergültige Weise.
Der russische Komponist Alexander Scriabin arbeitete einst an einem Werk, mit dem er buchstäblich das Ende der Welt herausbeschwören wollte. Ein Teil dieses Glaubens an eine überirdische Gewalt der Musik scheint, bewusst oder unbewusst, auch in Penderecki vorzuherrschen.
Eine Sinfonie, die, wie viele Werke Pendereckis, nicht recht für die Konzerthalle gedacht zu sein scheint, aber in gewisser Weise gerade deshalb umso faszinierender wirkt.