Die CD vereint Werke des ganz späten Pfitzner mit dem Frühwerk der Bühnenmusik zu "Fest auf Solhaug". Mit letzterer bin ich nicht ganz warm geworden, wahrscheinlich, weil der Bezug auf die Handlung des Stücks zu stark ist bzw. die Musik an sich nicht so viel Tragfähigkeit besitzt wie etwa Griegs Musik zu "Peer Gynt" (da merkt man plötzlich, wie gut Grieg eigentlich ist). Mich haben aber ohnehin vor allem die beiden Symphonien interessiert. Hier drängt sich der Vergleich zum späten Richard Strauß auf, wie dessen Duett-Concertino, das Oboen-Konzert und natürlich die Metamorphosen. In beiden Fällen der transparente, sanft leuchtende Streicherklang, die hohle Harmonieseligkeit und die leichtgewichtige musikalische Substanz. Man hat den Eindruck, daß die symphonische Form, die bei Mahler hypertroph geworden war, danach wieder in sich zusammenfiel, so daß nur mehr kurze Stücke von der Länge einer Viertelstunde möglich waren. Greise und Kinder haben eine natürliche Affinität, und so weisen diese letzten Beispiele der symphonischen Tradition auf ihre Anfänge 200 Jahre früher zurück. Mitten im 2. Weltkrieg geschrieben, wirken diese Symphonien wie Ufa-Filme: falsch in ihrer Beschwörung einer heilen Welt und darin doch voll echter Sehnsucht.