Der in München lebende Autor Andreas Odenwald kennt sich gut aus auf Sylt, denn er besucht immer mal wieder diese Insel, nicht zuletzt, weil er seine Kindheit und Jugend dort verbracht hat. Er berichtet, dass die Dänen Sylt eine Zeitlang in Besitz genommen hatten, jedoch schließlich weder Dänen, noch Touristen in späteren Tagen den Einheimischen ihre Identität nehmen, sie gar in irgendeiner Form versklaven konnten. Dies hat deren geradezu sprichwörtliche Freiheitsliebe nicht zugelassen. Theodor Storm, Thomas Mann und Gerhard Hauptmann waren einst Gäste hier, später haben an " Buhne 16 " während der 60er Jahre Prominente, wie Gunter Sachs, Axel Springer, Peter Boenisch oder Curd Juergens für Wirbel gesorgt. Aber die Strandkörbe von Kampen sind nicht so sehr das Thema des Autors, vielmehr spricht er von Menschen, die auf Sylt ihr Glück gemacht haben, auf das mitunter der ein oder andere Schatten gefallen ist. Die Rede ist hier u.a. vom Betreiber des " Sansibar" Herbert Seckler, vom Fischhändler Jürgen Gosch oder vom Organisten Matthias Eisenberg. Odenwald erzählt von der schönen Landschaft, den Dünen, dem Meer und den Austern, Krebsen, der aus der Mode gekommenen Makrele und der Zubereitungsart vieler Fische. Er verrät dem Leser die einschlägigen Rezepte renommierter Köche der Insel, wie etwa Jörg Müller, dieser wartet mit einer " Bouillabaisse von Nordseefischen" auf und anderen, die den Leser mit den Ingredienzien für " Labskaus", für " Pot-au-feu von Dorsch und Muscheln" oder durch feine " Austern mit Limetten-Zitronengras- Dressing" betören. Odenwald erzählt viele nette Insel-Episoden und umgarnt geschickt den neugierigen Leser. Ein Winter auf Sylt ist nach der Lektüre des Büchleins durchaus vorstellbar.