An Introduction To Syd Barrett
SYD BARRETT zählte zu den talentiertesten und zugleich tragischsten Figuren der Pop-Geschichte. Er war zur richtigen Zeit am richtigen, aber auch am falschen Platz in jenem pulsierenden und kreativ explodierenden britischen Underground der Mitt-60er. Durch ihn wurde aus der ehedem Blues spielenden Band Pink Floyd der Fixpunkt der psychedelischen Rockszene Londons. Ohne ihn avancierte die Formation nur ein paar Jahre später, sicher konträr zu seinen anfänglichen Vorstellungen, mit bombastischen Rock-Konzepten zum kommerziellen Top-Act. Am falschen Platz war er vor allem auch, weil seinerzeit Drogen allgegenwärtig sind. Psychisch zu labil, um davon los zu lassen, nehmen LSD&Co. so sehr von ihm Besitz, dass er 1968, während der Aufnahmen zum zweiten Floyd-Album "A Saucerful Of Secrets", fließend durch David Gilmour ersetzt wurde. Zwar erschienen im Laufe des Jahres 1970 auf dem Harvest-Label noch zwei Barrett'sche Solo-Platten mit spannenden und zeitweilig großartigen Songs, die er mit Hilfe seiner inzwischen ehemaligen Band-Kollegen (vor allem David Gilmour als Musiker und Produzent) sowie Freunden eingespielt hatte, danach jedoch wandeln sich Person und Leben SYD BARRETT's zum undurchsichtigen Mythos, der u.a. in Songs wie "I Know Where Syd Barrett Lives" (T.V. Personalities, 1981) gipfelt. Er verstarb im Juli 2006.
"An Introduction To Syd Barrett" erschien im Oktober 2010 erstmals auf CD sowie als Download und wird nun exklusiv zum internationalen "Record Store Day" als limitierte 180 Gramm-Vinyl-Doppel-LP im Gatefold-Sleeve neu aufgelegt. Die insgesamt 18 remasterte Tracks umfassende Compilation wäre ohne die frühen, genialen Pink Floyd-Nummern absolut unvollständig gewesen, daher wurden hiermit erstmals überhaupt offiziell beide Diskographien vermischt. Das erste Song-Drittel beinhaltet die drei 67er-Floyd-Single-A-Seiten "Arnold Layne", "See Emily Play" und "Apples And Oranges" sowie 3 Stücke vom Debüt-Album "The Piper At The Gates Of Dawn" aus dem gleichen Jahr. Barrett's Solo-Debüt "The Madcap Laughs" ist Lieferant von insgesamt 7 Songs (u.a. "Terrapin" und "Octopus"), vom Zweitwerk "Barrett" stammen 4 Tracks (u.a. "Baby Lemonade" und "Gigolo Aunt"). Der abschließende "Bob Dylan Blues" war erstmals auf der 2001er-Best Of "Wouldn't You Miss Me" erschienen. Dass SYD BARRETT noch immer fest im Pink Floyd-Kontext verwurzelt ist, bewiesen David Gilmour, der als Executive Producer fungierte und insgesamt 5 Tracks mit einem nagelneuen Mix versehen hatte, sowie der langjährige Artwork-Designer Storm Thorgerson, der eines seiner faszinierenden Cover beisteuerte.
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