Für Pink Floyd und Syd Barrett Fans zweifellos ein sehr ergiebiges, unterhaltsames Buch voller Details! Das musikalische Werk des Malers und Musikers Roger "Syd" Barrett wird ausführlich gewürdigt, insbesondere die ersten Pink Floyd Singles Arnold Layne und See Emily Play, sowie das Album The Piper At The Gates Of Dawn, als auch die beiden Soloalben des eigenwilligen Künstlers.
Die Autoren bemühen sich die wüsten Übertreibungen des legendären Barrett zu relativieren und bieten Erklärungsversuche für den frühen und dauerhaften Rückzug des Musikers aus der Öffentlichkeit. Die Kollegen von Pink Floyd werden objektiv geschildert. Durchaus verständlich, dass etwa Roger Waters damit unzufrieden zu sein schien, wie wichtig Barrett genommen und für wie unbedeutend der Beitrag der anderen Mitglieder, gerade an der frühen Band, dargestellt wurde. Noch lange als Barretts Genie und Lebensfreude längst versiegt waren, überschattete er noch immer Pink Floyd.
LSD-Experimente, lustlose Top of the Pops Auftritte, kindliche Experimente, aber vor allem der Schock, als vom lebensfrohen Barrett nur eine ins Leere starrende Hülle übrig blieb - das Buch schildert wahrlich nicht nur die positiven Seiten des Rockstar-Lebens. Ungewöhnliche Ideen und Ansichten zu haben, kann ungewöhnliche, spannende Kunst hervorbringen, aber will man wirklich mit den negativen Konsequenzen leben? Nicht so erstrebenswert, wie dieses Buch schildert! Von den fanatischen Fans bedrängt und dadurch um so mehr in die Isolation gedrängt? Amüsant liest sich das Treffen eines Fan-Magazin-Betreibers, der nach einem Treffen mit seinem Idol so sehr auf den Boden der Realität zurückgeworfen wurde, da er nicht das erhoffte Musik-Genie traf, sondern einen etwas verwirrten, übergewichtigen Mann, der mit seiner Mutter zusammenlebte. Das Magazin wurde daraufhin sofort eingestellt.
Auch oder gerade für Menschen, die, die späten Pink Floyd für überkandidelt, langweilig und belanglos halten, eine erkenntnisreiche Lektüre!
186 Seiten, Softcover, s/w-Fotos, Übersetzung: Marie Mainzer, Vorwort von Julian Cope, Diskografie, Register, Bosworth 2010