Vorweg: Ich bin kein großer Fan von Black Metal und höre auch nur einige wenige ausgesuchte Bands.
Viele Bands in diesem Subgenre machen ja oft Musik nach dem gleichen Schema: 2 bis vier Akkorde, die offen durchgeschrammelt werden, dazu Geblaste vom Menschen hinter der Schießbude und Gekrächze vom Sänger. Wenig Abwechslung, oft sogar Monotonie, das ist das, was von vielen als "True" Black Metal angesehen wird.
Auf "Sworn To The Dark" von Watain ist das gottseidank nicht der Fall! Zwar findet man auch hier alle typischen Black Metal Elemente: Düstere Mollstimmungen, Blastbeats, satanische/ antichristliche Texte usw., aber es ist gekonnt umgesetzt!
Das Album bietet so viel Abwechslung, wie es in diesem Genre leider oft nicht üblich ist.
Da gibt es Breaks, Rhytmuswechsel, da werden anstatt der ständigen Schrammel- und Tremoloparts auch mal groovige Riffs aungesetzt (etwa in The Light, That Burns The Sun), wo man sich nicht scheut, das sonst in Metalgenres übliche Palm Muting einzusetzen, manchmal sogar thrashig anmutende Riffs (z.B. in Underneath The Cenotaph). Dazu allgegenwärtig sehr geile, düstere Gitarrenmelodien.
Das Schlagzeugspiel ist auch sehr abwechslungsreich und setzt auch auf spielerisches Können statt auf monotones Dauergeblaste.
Und von der Frontröhre können sich andere Krächzer des Genres eine Scheibe abschneiden. Statt einschläfernd dahinzugrummeln und zu brummeln versprüht er nämlich Energie, und das muss Metal meiner Meinung nach einfach haben.
Anspieltipps sind neben dem geilen Titeltrack vor allem der Opener Legions Of The Black Light, Satan´s Hunger und Storm Of The Antichrist.
Aber wirkliche Schwachstellen hat das Album gar nicht. In The Light That Burns The Sun und in Serpent´s Chalice hört man sogar offensichtliche Einflüsse von Dissection, welche ja zu den Idolen der Band zählen. Underneath The Cenotaph fetzt teilweise in Thrash-Manier durch die Ohren, und in Stellarvore experimentieren sie mit geilen Akzentverschiebungen zwischen Instrumenten und Gesang.
Aufgelockert wird das Album durch zwei sehr geil gemachte, düstere Instrumentals, Withershin und Dead But Dreaming.
Metalfans, die ihren Black Metal gern etwas anspruchsvoller haben, kann ich die Scheibe wärmstens empfehlen, ebenso den Fans von Dissection. Für Black Metal Fans ist die Scheibe sowieso ein Muss - vorausgesetzt, man hat kein Problem damit, daß die Band mittlerweile ein wenig größer geworden ist und somit nicht mehr zum Black Metal Underground zählt :-D