Der Samuraifilm ist für das japanische Kino das, was für Hollywood der Western ist, ein ureigenes, landestypisches Genre mit nationaler Lufthoheit. Während jedoch der Western bereits in den Sechzigern wenig Innovatives aufzeigte, haben japanische Regisseure immer wieder die Grenzen ihres Genres gesprengt und gezeigt, dass großes Kino und künstlerisches Wagnis kein Widerspruch sind - so auch in diesem überzeugenden Psychogramm eines vollkommen amoralischen Mannes, ein eiskaltes Kinojuwel. Tatsuya Nakadai, einer der profiliertesten Charakterdarsteller des japanischen Nachkriegskinos, spielt in diesem Film einen Samurai namens Ryunosuke, der den verkrusteten Verhaltenskodex seiner Kaste auf brutalste Weise aufbricht, in dem er immer wieder völlig grundlos tötet und seine zweifelhaften Talente schließlich in einer Verschwörergruppe beweisen kann, für die er politische Gegner aus dem Weg räumt. Nakadai spielt diese psychologische Talfahrt mit dämonischer Wucht und unergründlichem Gesichtsausdruck, einen kontrollierten Soziopathen, der selbst im Akt des Tötens völlig emotionslos wirkt. Ein Motiv für diese zutiefst gestörte Persönlichkeit zeigt dieser Film nicht, und so zieht sich dieser manchmal recht schwer verdauliche Film bis zu seinem extatischen Finale, in dem der Protagonist einen schier endlosen Kampf gegen schemenhafte Gegner in einem labyrinthisch verschachtelten Haus führt, bis man nicht mehr weiß, ob der Samurai gegen Menschen oder innere Dämonen oder letztendlich gar gegen sich selbst kämpft. Ein Meisterwerk des Regisseurs Kihachi Okamoto mit Schwarzweiß-Bildern von alptraumhafter Ästhetik, endlich für den deutschen DVD-Markt verfügbar.