Frage: Was müsste man jedem vernachlässigten Kind empfehlen, wenn seine Mutter sich gelinde gesagt nicht kindgerecht ihm gegenüber verhält?
Antwort: Als Kläger vor Gericht ziehen und das Recht auf neue Eltern fordern. "Weg mit der schlechten Mutter - her mit einer guten!" muss die Devise lauten. Das Gebot "Du sollst Vater und Mutter ehren" ist dabei gefälligst außer acht zu lassen.
Gregory Kingsley, der in einer Pflegefamilie endlich gut aufgehoben war und dann von seiner leiblichen Mutter zurückgefordert wurde, war der erste minderjährige Kläger Amerikas, der gegen seine eigenen Eltern und gegen das Gesundheitsministerium wegen Sorgerechtsentzug vorging. Die Justiz erteilte dem selbstbewussten Zwölfjährigen schließlich Klagebefugnis.
Gregorys Aufsehen erregende Geschichte wurde 1993 gleich zweimal kurz hintereinander verfilmt und beide Fassungen liefen 1995 in der wenig glorreichen RTL-Rubrik "Der große TV-Roman". "Gregory K. -Switching Parents" (deutscher Titel: "Ich will ein Zuhause") ist die erste Version, die mir wegen Joseph Gordon-Levitts eindringlicher Performance etwas besser gefällt als "Shattered Family - A Place To Be Loved" (deutscher Titel: "Ich will neue Eltern"), wobei die erste Version angeblich nicht ganz so nah an dem realen Fall bleibt. Egal, Hauptsache in beiden Versionen stimmt der beglückende Ausgang des Prozesses. Es gibt also auch jene Sorte sentimentaler amerikanischer Fernsehdramen, die mir aufgrund ihrer Thematik gefallen.