Der Einstieg ist schonmal toll. Erstmal vorne auf dem Cover Twiggy, DAS Model der Zeit. Dann folgen erstmal 30 Seiten nur Bilder (+Bilbeschriftungen natürlich), sodass man zunächst mal einen optischen Eindruck bekommt und sich besser ins Thema reinfindet.
Die Abbildungen im gesamten Buch sind zahlreich und vor allem hochwertig gedruckt. Zum Teil ganzseitig, zum Teil sogar über zwei Seiten. Kleine Bilder gibt es selbstverständlich auch unzählige. Die Bilder sind alle beschriftet, wobei hier schon oft eine wertvolle Info geliefert wird, die dann auch im Text meist nochmal aufgegriffen wird.
Den Text selbst finde ich angenehm zu lesen und auch, dass er erklärt wie und warum London damals das kulturelle Zentrum der Welt wurde: Die Internationalität, die sich auf eine ganz bestimmte Weise in einer einzigen Stadt konzentriert hat. Dank scheinbar intensiver Recherchen benennt der Autor unheimlich viele Details (Namen, Orte, Daten, Jahreszahlen, Ereignisse). Er fügt all diese Informationen so zusammen, dass ein schlüssiges Gesamtbild einer äußerst komplexen Zeit entsteht, in die sich der Leser dank der guten Schilderung beinah hineinzuversetzen mag.
Das abgehandelte Themenspektrum ist äußerst breit: Musik, Mode, Design, Film + TV, Fotografie, Malerei, Architektur, Theater und Literatur.
Gegliedert ist das Buch in drei Hauptteile sowie eine Art Einleitung und Schluss: Einleitung (Globalität und Dörflichkeit), Sonderangebote: 1956-63, Sophistication für alle: 1963-66, Software: 1966-70, Schluss (Der Beginn der Stillosigkeit).
Dem schließt sich ein Anhang an, der Angaben zu Literatur und Quellen enthält, den Bildnachweis, eine Aufstellung praktischer Kurzbiografien sowie ein Personenregister mit Stellenverweisen zum Buch.
Mein Eindruck vom Buch insgesamt ist, dass die farbliche Gestaltung das Lebensgefühl der Zeit irgendwie wiederspiegelt. Es ist eine Schmökerbuch für Fans der Zeit, dass aber auch als Kompendium genutzt werden kann.
Ich finde, es ist dem Autor auf 384 Seiten mit 342 Abbildungen sehr erfolgreich gelungen, einer sehr vielschichtigen und prägenden Phase der Kulturgeschichte zu Leibe zu rücken und sie begreifbar zu machen.