"Verschwommen" - dieser Begriff fällt mir als erstes ein, während ich eine Rezension über >Swimmingpool< schreibe. Nicht nur, dass es schwer fällt, den Debütroman von Holly LeCraw einem bestimmten Genrè zuzuordnen, auch das Cover macht Laune auf etwas, was das Buch letztlich nicht hält.
Aber von Anfang an: von einem kraftvollen, sinnlichen und vielschichtigen Roman wird auf dem spritzigen Einband geschrieben. Tatsächlich findet man eine Erzählung über eine Familie verstrickt in Lügenkonstrukte voller Geheimnisse und Selbstbetrug vor. Ganz nebenbei sind da noch ein ungeklärter Mord und generationsübergreifende Affären. Darin verstrickt sind irgendwie alle handelnden Personen mit regen wörtlichen Dialogen sowie Gedankengängen, die als Stimmen im Kopf auftauchen. Klingt verwirrend? Das empfand ich beim Lesen auch genau so!
Was die Autorin anfangs noch ausufernd beschreibt, fasst sie zum Ende hin kompakt zusammen, dabei fällt auf, dass nicht alle mühsam aufgebauten Details wesentlich zur Handlung beitragen.
Von Schuld und Moral, Täuschung und Enttäuschung und schließlich der Suche nach den Wurzeln und der Wahrheit schreibt die Autorin in sieben unterteilten Kapiteln. Kernaussage ist, dass jede Handlung eine Konsequenz nach sich zieht.
Der Roman erinnerte mich durchgehend an eine amerikanische Verfilmung vor perfekter Hollywood-Kulisse. Nicht wirklich sinnlich, bedrohlich, sehnsüchtig und doch von all dem ein klein wenig. Nicht ausreichend spannend, aber doch so, dass ich wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht.
Jetzt, nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe, weiß ich nach wie vor nicht genau, ob ich es mag oder nicht. Es liegt, denke ich daran, dass ich ständig zwischen aktiv und passiv hin- und hergespült wurde, und ich mich nicht mit den Personen identifizieren konnte. Einen Sommer lange habe ich die McClatcheys auf Cape Cod begleitet, und doch war ich nicht wirklich bei Ihnen.
>Swimmingpool< ist nicht einladend klar und erfrischend wie ein Pool an einem heißen Sommertag. >Swimmingpool< ist vielmehr ein trübes Gewässer, bei dem man nicht auf Anhieb auf den Grund sieht.