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Nachdem Conolly 1979 alkoholkrank und nicht nur stimmlich ausgebrannt die Gruppe verlassen hatte, ging es mit The Sweet sehr schnell bergab. Bassist Steve Priest und Drummer Tucker verließen irgendwann das sinkende Schiff, während Gitarrist Andy Scott mit wechselnden Besetzungen bis heute durch die Provinz tourt und die Uralthits gekonnt immer wieder aufs Neue in schwankende Festzelte dröhnt.
Seit Jahren war in Fanpostillen ein ganz neues Sweet-Album mit ganz neuen Songs angekündigt worden. Fast ohne Promotion (hallo Plattenfirma !!!) und von den meisten Musikzeitschriften sträflich ignoriert, ist die CD nun vor einiger Zeit tatsächlich erschienen. Nicht nur diese Tatsache bedeutet für alle Sweet-Anhänger eine echte Sensation. Nein, es kommt sogar noch dicker, denn "SWEETLIFE" ist eine für heutige Verhältnisse geradezu unglaublich gut gelungene Melodic-Rock-Scheibe geworden. Wer bitteschön hat in den letzten zehn, fünfzehn Jahren eine Platte gehört, bei der wirklich jeder einzelne Song eigene Klasse aufzuweisen hat? Hier ist sie! Andy Scott, der alte Sack, hat noch einmal richtig ernst gemacht und mit seinen Mitstreitern ein verdammt gelungenes Werk aufgenommen, das neben "SWEET FANNY ADAMS" von 1973 und noch vor "LEVEL HEADED" von 1978 als das geschlossenste und gelungenste Sweet-Album überhaupt bezeichnet werden kann. Aufwändiges Booklet, fette Produktion, satter Sound, toller Satzgesang und Ohrwürmer gleich im Dutzend zeichnen SWEETLIFE aus. Songs wie das Titelstück, die Semiballade "Leap Of Faith" oder das liebenswert-autobiografische "So Far So Good" ragen heraus. Höhepunkt ist aber der stark von ELO und Queen beeinflusste Knaller "Airheads!" (mit Ausrufezeichen - wie damals "Blockbuster").
Bleibt die Frage aller Fragen: Ist dies, kann dies nun überhaupt noch eine Sweet-Platte sein? Die Antwort lautet 'Ja'. Viel offensichtlicher als bei dem Anfang der 90er erschienen letzten Album "A" hat Andy Scott typische Ingredenzien des Sweet-Zaubertranks der großen Jahre diesmal wieder verwendet. Dass man oftmals auch andere Einflüsse vernimmt (in einem Song glaube ich z.B., das Riff von Toto's "Hold The Line" erkennen zu können), kann nach fast 50 Jahren Rock'n Roll-Historie wohl niemanden ernstlich verwundern.
"SWEETLIFE" kann nach allem jedenfalls ohne Abstriche als eine sehr angenehme Überraschung bezeichnet werden und ist eine grundsolide, im besten Sinne konservative Rockplatte geworden. Bleibt zu hoffen, dass Andy Scott einige Titel der neuen Platte künftig und dauerhaft auch live präsentieren wird. Verdient hätten sie es allemal.
Andy Scott und seine Band haben eine wirklich tolle CD
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