Zunächst vorab: Ich beziehe mich auf die deutsche Übersetzung - und vermute fast, dass das Buch im Original noch etwas besser ist!
Doctorows Sweet Land Stories enthält fünf Kurzgeschichten, die mehr oder weniger mitten aus dem amerikanischen Leben gegriffen sind. Irgendwie ist jede dieser Geschichten ein klein wenig abgründig und abgedreht, aber irgendwie kann man sich auch sehr gut vorstellen, dass jede einzelne Geschichte genau so passiert sein könnte. Wirklich "süß" sind diese Geschichten dabei nicht. Vielmehr handeln sie alle vom Suchen, Scheitern und Verlieren und damit von einer Seite des Lebens und der Gesellschaft, die es natürlich auch im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" gibt. Verhuschte Leben eben.
Trotzdem löst das Buch keine trübe oder depressive Stimmung aus, eher Kopfschütteln hier und Schmunzeln da - auch wenn die Geschichten natürlich keineswegs lustig sind. Angenehm ist dabei vor allem auch die unaufdringlich-unaufgeregte Schreibweise, durch die die Geschichten eben nicht dramatisiert, sondern eher normal daherkommen.
Insgesamt ist das Buch wirklich gute Unterhaltung. Keine jubelschreiende Empfehlung, aber eine Empfehlung, weil das Buch irgendwie auch ein klein wenig fesselnd ist. Fazit: Drei Sterne plus.