Aus der Amazon.de-Redaktion
Reese Witherspoon spielt eine Südstaaten-Schönheit, die es an die Ostküste verschlagen hat. Aber genau so wie sie selbst sind auch die Songs von
Sweet Home Alabama mit Leib und Seele zutiefst im Herzen Dixielands verwurzelt.
Sheryl Crow erkennt man fast nicht mehr wieder, wenn sie bei ihrer Version einer Auswahl von typischen Hank-Williams-Stücken mit typisch nasalem Sound drauf los trällert. Shannon McNally verleiht einem Stück ihre Grazie, in dem ansonsten immer wieder derbe Streichinstrumente und Blues-Gitarren eingestreut sind. Uncle Krackers Beitrag mit akustischer Begleitung hüpft herum wie ein wild gewordener Cowboy. Dolly Parton stampft herbei und liefert einen hervorragenden Square-Dance. Der Song "You Got Me" des Newcomers Jason Chain verdient besondere Anerkennung. Er bewegt sich zwischen Roots-Rock und einem Sound, der an R.E.M. erinnert. Was für eine Überraschung, dass Ryan Adams, der sich sonst so gern im Alternativ-Country Gelände tummelt, sich mit den heftig wirbelnden Riffs und den Anwandlungen von Led Zeppelin herumschlägt. Jewel hingegen entschließt sich, nach dem Klassiker von Lynyrd Skynyrd mit Verzerrungseffekten und mit sinnlich-sprödem Gesang drauf los zu rocken.
Andere vom Country-Style abgeleitete Varianten sind nicht so gut gelungen. Avril Lavignes "Falling Down" ist echter alternativer Rock der leichten Sorte. Der harsche Jazz-Funk-Scat-Gesang der Freestylers ist hier total fehl am Platz. The Calling geht mit "Keep Your Hands to Yourself" treuherzig um, wirkt aber eher verkrampft als unbeschwert. Letztendlich kann man nur etwa die Hälfte der Tracks von Sweet Home Alabama als echte Glanznummern bezeichnen. Aber auf dem langen Weg, den man durch die Füllmaterialien waten muss, um diese musikalischen Goldstücke endlich zu finden, wird so manch einem eingefleischten Country-Fan das Herz brechen. --Annie Zaleski