Es ist bestimmt 25 Jahre her, seitdem ich dieses Album, - damals noch als Vinyl-LP - das letzte Mal gehört habe. Ein paar der Titel wurden zwar auf der '98er 'Best of' Zusammenstellung "Sweet Originals" wiederveröffentlicht, aber ein paar Titel machen noch kein ganzes Album. Ich freue mich darüber, dass die Plattenfirma sich entschlossen hat, die ersten 5 Sweet Alben remastered und mit Bonustracks bereichert neu aufzulegen; - ich habe sie alle, ... und den Kauf nicht bereut.
'The Sweet' hatten meiner Meinung nach immer Imageprobleme, so dass es sehr schwer für die vier Bandmitglieder war, sich als 'ernstzunehmende' Hardrockband zu etablieren. So richtig ist ihnen das nie gelungen. Schuld daran waren wohl nicht nur der Bandname, die bunten Kostüme und die musikalisch Vorgeschichte der Band (nach Chinn/Chapman Produktionen wie Co-Co, Little Willy etc.), sondern wohl auch die Tatsache, dass Sänger Brian Conolly keine typische 'Rockröhre' besaß. Genau diese Tatsache machen jedoch heutzutage die Sweet Produktionen unverwechselbar charakteristisch und einzigartig. Sweet ist Kult!
Damals wunderte ich mich, dass kein einziger bekannter Hit der Band auf dem Album vertreten war. Meines Wissens nach wurde auch keiner der Songs als Single ausgekoppelt. 'Blockbuster', 'Hell Raiser' (Live) und 'Ballroom Blitz' - allesamt bekannte No. 1 Hits - wurden samt ihren B-Seiten auf dieser CD als Bonustracks angehängt. Das eigentliche Album bestand aus den Titeln 1 bis 9. Ich glaube, dass man sich mit dem Album profilieren wollte und die Überraschung ist gelungen. Deutlich sind die musikalischen Anleihen von Deep Purple zu hören; - ein Ziel, das man wohl ins Auge gefasst hatte. Andy Scott spielt Gitarrensoli in bester Ritchie Blackmore Manier, Mick Tucker trommelt, was das Zeug hält und die Arrangements sind vom Allerfeinsten. Dazwischen locker - flockige Stücke wie 'Peppermint Twist', 'Ac / Dc' oder auch 'Rebel Rouser'.
Resumé: das Album macht Spaß. Ich find's Klasse; - vor allem in der Retrospektive. Die Zeit bügelt vieles glatt.