Aus der Amazon.de-Redaktion
Nach jahrelangen Gerüchten stellt es sich nun heraus, dass Tim Burton genau der richtige Visionär war, um Stephen Sondheims Broadway-Meisterwerk
Sweeney Todd zu verfilmen, und das Ergebnis ist ein makabrer und bewegender Musicalfilm, der so packend ist wie alles andere, was Burton jemals geschaffen hat. Diese Mischung aus klassischem Grusel, Theatralik, düsterem Humor sowie treffender und toller Musik ist in keinem Fall eine Musical-Komödie im klassischen Sinne, und dennoch handelt es sich um ein kraftvolles Werk, vielleicht sogar um eines der bedeutendsten des späten Zwanzigsten Jahrhunderts. Im Film spielt Burtons häufiger Mitarbeiter Johnny Depp Sweeney Todd, einen zu Unrecht angeklagten Mann, dessen Trieb nach Vergeltung ihn zum Mörder werden lässt (was einer Erzählung aus dem Neunzehnten Jahrhundert entspricht, die sich auf einen Barbier bezog, welcher damals tatsächlich gelebt hatte). Helena Bonham Carter, eine weitere Darstellerin in Burtons Standard-Riege, spielt Mrs. Lovett, des Barbiers Komplizin bei dessen unaussprechlichen Verbrechen. Es überrascht einen nicht wirklich, dass Depp eine hervorragende Wahl für Todds grüblerische Intensität und eruptive Wut darstellt, und er übernimmt sogar Gesangsparts, die so schwierig sind, dass sie oftmals auch in Opernhäusern aufgeführt werden (wobei er nicht im selben Stil singt wie der Broadway-Sänger Len Cariou und auch hin und wieder in den Pop-Bereich wechselt). Bonham Carter hat eine eher schwache Stimme und lässt den Humor der Broadway-Darstellerin Angela Lansbury vermissen, aber sie trifft die Töne und den Rhythmus und schauspielert gleichzeitig überzeugend was bei einem Sondheim-Stück eine ziemliche Herausforderung darstellt. Kenner werden einige musikalische Passagen vermissen: The Ballad of Sweeney Todd ist nur eine instrumentale Ouvertüre, und unter anderem fehlt der Refrain komplett aber die solide Präsenz von Arrangeur Jonathan Tunick und dem Dirigenten Paul Gemignani liefern die Basis dafür, dass die Musik passt und sich klasse anhört. Und die Stimmung eines üblen Londoner Stadtviertels zur Viktorianischen Zeit wird im Film auch treffend und visuell überzeugend dargestellt.
Die herausragende Besetzung wird ergänzt durch Alan Rickman als fieser Richter Turpin, Timothy Spall als dessen schäbiger Büttel, Sacha Baron Cohen (Borat) als rivalisierender Barbier, Jamie Campbell Bower als junger Liebhaber Anthony, Jayne Wisener als dessen Objekt der Begierde und Ed Sanders als der junge Toby. Für Fans von Tim Burton und Johnny Depp, die glauben, dass sie Musicals nicht mögen, dürfte der Film eine Offenbarung sein (obwohl man angesichts der durchaus angebrachten blutigen Szenen nicht zimperlich sein darf). Für Fans des Broadway und von Sondheim ist dies sicher die beste Adaption, die man sich wünschen könnte. Und die Tatsache, dass während des Abspanns kein neu komponierter, nach einem Oscar heischender Song à la Josh Groban gesungen wird, macht die ganze Sache nur noch besser. --David Horiuchi
Movieman.de
Dass Tim Burton es einfach drauf hat, phantastische Geschichten zu erzählen und sie dann auch noch geradezu magisch aussehen zu lassen, das ist nach Werken wie "Sleepy Hollow", "Big Fish", "Charlie und die Schokoladenfabrik" oder gar "Corpse Bride" eigentlich nichts Neues mehr. Deshalb kommt man aber dennoch nicht darum herum, seine Arbeiten wieder und wieder zu loben und das ist auch bei "Sweeney Todd" nicht anders. Ein Musical zu verfilmen, das bis heute eine der erfolgreichsten Broadwayproduktionen darstellt, war sicher keine leichte Aufgabe, aber Burton macht es sowieso stets anders, als man erwarten würde. Hier dürfen sich erfreulicherweise auch Zuschauer willkommen sehen, die nichts mit Chorszenen und Balletteinlagen anfangen können. Davon bleiben wir nämlich verschont. Die wunderschönen Gesangseinlagen finden in der einsamen Stube oder in der dunklen Gasse statt oder man rasiert zu Gesang um die Wette und schlitzt Kehlen im Rhythmus des Taktstockes. Das ist enorm düster, aber ästhetisch auch prickelnd schön und nervt zu keinem Zeitpunkt. Johnny Depp und Helena Bonham Carter stellen einmal mehr eine Idealbesetzung dar, denn abgesehen von ihren schauspielerischen Qualitäten, beweisen sie sich auch als astreine Sänger. An vor herber Lebensechtheit geradezu "riechenden" Nebenrollen (Timothy Spall, Alan Rickman) und darunter auch einem mal ganz anderen Sacha Baron Cohen ("Borat") fehlt es ebenso nicht. Das düstere Musikmärchen besticht unterm Strich nicht nur durch seine Darstellerleistungen, sondern auch durch seine legendäre, zugrundeliegende Geschichte, die düster-bizarre Ausstattung und den hervorragenden Soundtrack. Was bitte will man mehr, wenn dies alles schon in einer ganz eigenen Perfektion ausgeführt wird, die ihresgleichen sucht. Fazit: Die Schönheit des Finsteren in Perfektion: Das kann nur Burton!
Moviemans Kommentar zur DVD: Optisch ist das Bild eine abnorm facettenreiche Sache, denn die Anzahl an Farb- und Kontrastabstufungen ist wirklich außergewöhnlich. Hinzu kommt ein fulminant den Raum zum Schwingen bringender Klang, der sich nicht nur auf potente Musikstücke stützt, sondern auch Stimmen, Effekte und Kulisse mit Raffinesse behandelt. Die Extras der Single-Disc-Fassung bestehen aus einer aufschlussreichen Doku. Da bietet die Special Edition wesentlich mehr.
Bild: Mit einer geradezu abnormen Palette an unheimlich facettierten Schwarzabstufungen (Gesicht, Haar und Kleidung, 00:04:15) präsentieren sich die düsteren Eingangssequenzen des Filmes. Aber auch die anderen Bildwerte könnten kaum detailreicher und schärfer ausfallen, da darf man gespannt sein, wie präzise die Bluray noch sein möchte. Farblich wird alles gegeben, denn sowohl die düsteren Szenen als auch die strahlenden, warmen Sequenzen aus der Vergangenheit (00:06:03, Familie mit Kind und Blumen) weisen eine enorme Vielfalt an natürlichen wie saftig bunten Facetten auf. Bedauerlicherweise ist nur hin und wieder leichtes Flächenrauschen zu vermerken, das sich hauptsächlich in dunklen Stuben innerhalb von Kameraschwenks einfindet (geblümte Tapete, 00:11:20). Wirklich penetrant setzt es sich aber nicht im Filmmaterial fest. Auch stellenweise anzutreffende, dabei aber kaum wirklich auffällige Halokanten (Laternenpfosten, 00:20:48) wissen die sehr gute Bildleistung nicht wirklich zu schmälern.
Ton: Rund und wogend wird der Raum von der bezaubernden Musik des Filmes erfüllt. Dabei werden alle Kanäle verwendet, um einen volleren Eindruck zu erwecken, was einwandfrei gelingt. Vor allem aber ist positiv zu bemerken, dass sich musikalische Signale sehr harmonisch mit Kulissendetails (Pferdehufe von rechts, 00:21:00) und Dialogen mischen. Sowohl die Originalfassung als auch die deutsche Synchronisation weisen reichlich sprachliche Finessen auf, so dass dem Zuschauer die Wahl fast schon schwer fällt. Richtungsdynamische Momente (00:43:21, Kutsche hinten links) stellen bei all dem keine Ausnahme dar, sondern finden sich vor allem in der Musik (01:11:21) aber auch auf allen anderen akustischen Ebenen. In diesem bewegten Raum haben zusätzlich noch eine Menge satter Effekte platz, die mal kraftvoller, gerne aber auch mal sanfter ausfallen (Flattern der Friseurumhänge, 00:33:47), anstelle immer gleich bombastisch in den Raum zu donnern.
Extras: Die DVD beinhaltet das untertitelte Extra "Burton + Depp + Carter = Todd" (26:05 Min.), das sich anhand von Interviews mit Mitwirkenden, Filmausschnitten und Dreharbeitsszenen mit der Story und der Entstehung des Filmes beschäftigt. Mehr als diese, durchaus tief in die Hintergründe der Produktion eindringende Dokumentation hat die Single-Disc-Fassung nicht zu bieten, wohl aber die Special Edition, auf die hier verweisen werden darf. --movieman.de
Johnny Depp kann alles - sogar singen. In Tim Burtons Adaption des gleichnamigen Broadwaymusicals von 1979 verkörpert er den Briten Benjamin Barker, der einst gewaltsam von Frau und Kind getrennt wurde. 15 Jahre später kehrt er zurück in seine Heimat London und übt Rache: Als Barbier namens Sweeney Todd schneidet er den Peinigern von damals die Kehlen durch und lässt die Leichen von seiner Nachbarin (Helena Bonham Carter) zu Pasteten verarbeiten. Burton macht mal wieder alles richtig: Er kombiniert das Widerwärtige mit dem Zauberhaften, das Furchtbare mit dem Schönen, zeigt leichenblass geschminkte Hauptfiguren, ein dreckiges London - und selbst leidenschaftlich rausgeschmetterte Musicalsongs kommen bei ihm nicht kitschig rüber. (jul)Features: Acht Dokumentationen, Galerie, BookletAuch als Blu-ray-Disc!
Kurzbeschreibung
Benjamin, ein glücklich lebender Barbier und Familienvater wird, obwohl er unschuldig ist zu einer 15-jährigen Haftstrafe verurteilt. Nachdem er diese abgesessen hat, kommt er in die Freiheit und rächt sich an den Verantwortlichen. Er wird zum "teuflischen Barbier aus der Fleet Street".
Produktbeschreibungen
Der glücklich verheiratete und frisch gebackene Vater Benjamin Barker wird durch den mächtigen Richter Tupin zu Unrecht in ein Gefängnis weit außerhalb seiner Heimatstadt London gesteckt. Nach Jahren der Demütigung gelingt ihm die Flucht und kehrt als Barbier Sweeney Todd nach London zurück, um zu sehen was aus seiner Frau und seiner Tochter geworden ist. Er kann das Geschehene kaum fassen und plant fortan, sich an allen, die ihm jemals Unrecht taten,