Diese bereits aus 1998 stammenden, jetzt neu zugänglichen Aufnahmen beweisen, dass europäischer Folk-Jazz durchaus spannend sein kann. Mit minimaler Instrumentalisierung (Piano und Posaune) erreichen Landgren und Svensson eine intensive Dichte, in der sie die Seele Schwedens einfangen. Einfache Melodien werden mal mit skandinavischer Melancholie, mal mit neturnaher Lebensfreude frei interpretiert und variiert. Im Wechsel der Jahreszeiten werden Wälder, Seen, Berge und die Küste lebendig. "Midsommervaka" klingt dabei, als hätte Peer Gynt den Summertime Blues. Grieg und Gershwin hätte es sicherlich beiden gefallen. Andererseits weisen Stücke wie "Lapp-Nils Polska" (vor allem im Live-Bonus-Track) eine große Spielfreude auf. Da macht es einfach Spaß zuzuhören. Dabei schafft Svensson stets eine wunderbar transparente Grundlage, auf der Landgren in gekonnter Manier jedem Stück im wahrsten Sinne Lebendigkeit einhaucht. Ein unprätentiöses Werk zum Träumen, Entspannen und Zuhören. Das Label ACT erweist sich hiermit einmal mehr als bemerkenswert, die Qualität der Aufnahmen ist dabei auf hohem Niveau. Allein die Infos zu den Musikern, Komponisten und der Musik sind dürftig.