Nein, das hier ist kein neues Album von Slipknot sondern die Debut Platte von Hollywood Undead. Das sind die 6 Jungs Charlie Scene, Johnny 3 Tears, J-Dog, Da Kurlzz, Deuce AKA Tha Producer und Funny ManDie, wobei sie am Anfang noch zu 7 waren, aber Member Shady Jeff nach kurzer Zeit bereits ausgestiegen ist. Seit dem Jahre 2005 arbeiteten die sechs "Maskierten" an ihrem Debut Album und schafften es sogar einen Vertrag bei MySpace Records zu bekommen, aber das Label war mit vielen Songs der Gruppe nicht zufrieden und verlangte nicht nur die Zensur einzelner Titel, sondern das auch gesamte Stücke ausgetauscht werden sollten. So etwas liesen sich Hollywood Undead nicht gefallen und ergatterten einen neuen Plattenvertrag bei A&M/Octone, welches in Europa durch Polydor vertrieben wird. Das Debut Album "Swan Songs" ist eine interessante Mischung aus Rap, Rock, Metal sowie Alternative und ist in den USA bereits Anfang September 2008 erschienen. In Deutschland sowie den Rest Europas müssen wir uns wie typisch üblich noch etwas gedulden, denn die entsprechende EU Pressung wird erst ab Ende April/Anfang Mai in den Läden stehen. Nun aber genug mit dem Vorgeplänkel und rein in die Scheibe "Swan Songs".
Zu Beginn bekommen wir schon einmal richtig ordentlich auf die Ohren mit der Single "Undead", die jetzt auch bei uns in Deutschland langsam Aufmerksamkeit bekommt. Hier gehen die Jungs ziemlich agrressiv und trashig zur Sache v. a. die brachiale Gitarre reißt hier einiges mit sich und auch der Mix aus Sprechgesang und Shouts kommt ziemlich cool und düster rüber. Insgesamt stellt dieser Titel wohl das härteste Stück des Albums dar. Der nächste Titel "Sell your soul" kann sich davon aber durchaus noch eine Scheibe abschneiden, denn die anfänglich harmonisch un wohlfühlend klingende Klaviermelodie wird schnell von powervollen Drums und passenden Gitaren Riffs eingeholt bis sich im Refrain wieder die Stimme aus dem Hals geschriehen wird. Mit "Everywhere I go" folgt dann ein richtig krasser Kontrast, denn das ganze klingt viel mehr nach Alternative mit einem marschierenden Drum Beat und so ein paar volkstümlichen Elementen. "No other place" hingegen hat viel Hip Hop Charakter und besticht durch gute Abwechslung mit Raps und Gesang im Refrain. Das fünfte Lied der Platte trägt den Namen "No. 5", wie passend. Ein temporeicher Drum Beat gibt hier den Ton an und die gelegentlichen E-Gitarren Einspieler verleihen dem ganzen noch das I-Tüpfelchen. Eines der stärksten Songs des Albums stellt "Young" da. Etwas langsamer aber sehr kraftvoll werden hier Gelassenheit und Power miteinander verbunden und schaffen eine wahnsinnige Atmosphäre und wenn dann gegen Ende des Liedes auch noch dieser Kinderchorgesang mit einsetzt ist es endgültig aus - Hammer! "Black Dahlia" beginnt scheinbar ruhig, aber wird dann richtig krass mit ergreifenden Streichern und einem sehr wütenden Text, was dem ganzen Lied eine düstere Note verleiht, die aber durch einen wieder mal gut gesungenen Refrain etwas ausgeglichen wird. "This love this hate" spielt mal wieder sehr mit Alternativen Klängen und man könnte es vom Stil her wohl am besten mit "No. 5" vergleichen, wohingegen "Bottle and a gun" schon fast als eine Art clubtauglicher Track durchgehen könnte. Die Tracks 10-13 sind dann ein schönes Mash Up aus Rap und Rock wobei ich sagen muss dass von diesen 4 Tracks am meisten "City" hervorsticht. Wieder peitscht ein fullminanter Beat das komplette Stück bestens voran und der Gesang im Refrain ergänzt sich einmal mehr super zu den verschiedenen Strophen, die sehr emotional im negativen Sinne wirken. Zu guter Letzt setz "Paradise Lost" noch ein Ausrufezeichen. Beginnend mit Piano und einem Meer aus Streichern wird der Song dann nochmal richtig noch oben gepusht durch dreckige Gitarrenklänge und viel Aggressivität und Härte in den Lyrics.
Puh was für ein Ritt durch dieses Album mit einer perfekten Mischung, die seines gleichen Sucht und Abwechslung pur garantiert. Auch die gekonnte Kombination von Sprechgesang, Shouts und Gesang bildet eine überragende Ergänzung zur musikalischen Untermalung. Was für eine Stilmixtur man hier vergeben möchte bleibt einem selbst überlassen, das ganze findet für mich auf einer Linie zwischen Whiteboy Rap, Papa Roach, P.O.D. und Crazy Town statt. Dieses Album muss man einfach als Gesamtpaket gehört haben um es richtig zu verstehen und in dessen Bann gezogen zu werden. Auf jeden Fall ein Kauftipp und wer nicht mehr bis zum offiziellen EU Release warten will oder kann, sollte dann schnellstens zum US Import greifen, der ja wie bereits am Anfang schon erwähnt seit September 2009 erhältlich ist.
PeAcE