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Ashutosh Gowariker ist seit seinem Oscarnominierten Epos Lagaan, einem Meilenstein des modernen indischen Kinos, in seinem Heimatland eine Berühmtheit. Lagaan hat durch seinen enormen Erfolg im westlichen Ausland mitgeholfen, die Wahrnehmung des kommerziellen Bollywoodkinos im Westen zu erneuern und patriotische Gefühle bei vielen Indern zu entfachen. Unnötig also zu erwähnen, dass die Erwartungshaltung an Gowarikers folgendes Filmprojekt bei Publikum und Kritik gigantisch war, zumal als bekannt wurde, dass der derzeit meistgefeierte männliche Star, Shahrukh Khan, die Hauptrolle übernehmen sollte.
Das Dreamteam des anspruchsvollen Bollywoodkinos war geboren und Swades geriet bereits im Vorfeld zum vielleicht heißersehntesten Film im Kinojahr 2004.
Die Geschichte von Swades beginnt in den USA. Mohan Barghav (Shahrukh Khan) lebt und arbeitet als Satellitenexperte bei der NASA. Er ist das, was man landläufig als NRI bezeichnet, ein Non Residential Indian (im Ausland lebender Inder) und damit Teil eines nicht zu unterschätzenden Problems der indischen Gesellschaft, der die Eliten abhanden kommen, weil viele der besten Fachkräfte ins Ausland abwandern. Exakt an diesem Punkt setzt Autor und Regisseur Gowariker ein. Obwohl Mohan gut verdient, wird er natürlich von Heimweh geplagt. Er nimmt kurzerhand Urlaub und fliegt für zwei Wochen nach Indien, um seine ehemalige Haushälterin zu besuchen, die ihn nach dem Tod seiner Eltern wie ihr eigenes Kind aufgezogen hat. Er mietet sich ein Campingmobil und taucht schließlich in dem abgelegenen Dorf auf, in dem seine Ankunft sofort das bestimmende Ereignis darstellt. Die Wiedersehensfreude ist groß und dann gibt es da auch noch Mohans Jugendfreundin Gita (Gayatri Joshi), die als Lehrerin im Dorf arbeitet und, wie sollte es auch anders sein, mittlerweile eine wunderschöne Frau ist.

Man braucht kein Genie zu sein, um sich den weiteren Verlauf der Handlung vorstellen zu können. Neben der unentbehrlichen Liebesgeschichte, versucht Gowariker, wie bereits angedeutet, den Akzent auf die gesellschaftliche Dimension von Mohans Einzelschicksal zu lenken. Das ungewöhnliche an Swades im Vergleich zu ähnlich bombastischen Bollywoodproduktionen, ist nun die Gewichtung dieser Thematik, die sich doch recht deutlich von dem abgrenzt, was im kommerziellen Bollywoodkino als Verabredung gilt: vom Eskapismus also, oder der Sehnsucht nach einem besseren Leben im Kino. Es gilt zu vermuten, dass hier der Grund für die vergleichsweise nüchterne Rezeption des Films in der indischen Öffentlichkeit liegt. Dennoch bietet Swades gerade auch für ein aufgeschlossenes westliches Publikum jede Menge Bollywood-Aktion. Nicht zuletzt ist der großartige A.R.Rahman für die Musik zuständig. --Thomas Reuthebuch
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Optisch kann sich nur die Kompressionsrate nicht permanent konstant halten. Akustisch bleibt verwunderlich, warum der 5.1-Hindi-Ton im Vergleich zum deutschen Stereoton so matt ausfällt. Die Extras sind nett gestaltet und sehenswert.
Bild: Farblich kommt der Film kräftig wie natürlich an. Ganz bollywoodgemäß wurden nur die Rot-Töne etwas höher gezogen, was hin und wieder etwas künstlich wirkt (rote Hosen der Ringer, 01:09:59). Artefakte bleiben nicht aus (Flimmern auf Schild, 00:01:12 oder Kissen auf Liege, 00:35:53). Im Detail gestalten sich Schärfe wie Kontraste vorbildlich, schon auf geringe Entfernung hin aber verwischen Feinheiten (Gesicht des Jungen, 00:35:54). Rauschen stellt kein erwähnenswertes Problem dar.
Ton: Im Vergleich zum deutschen Ton (vgl. Song bei 01:26:41) kommt der Hindi DD 5.1-Ton vor allem sprachlich sehr schlecht weg. Die Dialoge wirken wesentlich stumpfer und flacher und auch die Lautstärke ist in der Hindifassung wesentlich geringer angelegt. Die Kulisse entwickelt sich ungleich plastisch und vital. Selbst in einer Flughalle zischt ein startendes, nicht sichtbares Flugzeug akustisch von hinten nach vorne durch den Raum (00:14:25). Der indische Verkehr brummt zwar leise aber alle Boxen ausnutzend. Auch die deutsche Stereoversion weiß die ihr verfügbaren Kanäle zu nutzen und sich breit über die Front zu verteilen. Dass sie soviel kräftiger ausfällt, als der potentiell hochwertigere DD 5.1-Hinditon, mag an der Illusion des Dolbydecoders liegen, der die vorderen Signale frech nach hinten kopiert.
Extras: Wenngleich sich auch schon auf Disc 1 sechs, einzeln anwählbare Songs befinden, enthält erst Disc 2 das eigentliche Bonusmaterial, das allen Fans viel Freude bereiten wird. Dazu gehören Deleted Scenes (in deutscher Sprache), vier getrennt anwählbare Karaokesongs (6:46 min, 4:40 min, 6:28 min. und 5:56 min), lustige, untertitelte Bloopers (7:51 min.), indische Tv-Spots und Trailer (insgesamt 7:35 min.) und schließlich Dialogproben, die nach fünf Schauspielern sortiert sind (insgesamt 23:27 min.). Darunter besonders sehenswert weil urkomisch und wirklich süß, sind die Dialogproben von Rajesh Vivek. Eine große Bildergalerie zeigt als Slideshow (2:34 min.) die schönsten Stills aus dem Film. Ein schönes Bonusprogramm, das Freude macht. --movieman.de