Aus der Amazon.de-Redaktion
Tosca heißen mit bürgerlichem Namen Richard Dorfmeister und Rupert Huber und haben mit "Chocolate Elvis", "Fuck Dub" und dem Album
Opera Meilensteine in der Geschichte der gerauchten Beats hinterlassen. Sie kommen aus Wien und widmen ihr neuestes Werk dem Meister der Zen-Meditation, Shunryu Suzuki. So viel zum offiziellen, informativen Teil. Etwas tiefer muss man eintauchen, um die Gelassenheit und den Raum für einzelne Beats und Sounds zu erfahren. Tropfen in der Badewanne paaren sich mit Beats, meist unter 100 bpm, die zwar wohlbekannt, aber auch sehr bewährt sind. "Entspannung für gestresste Großstädter", verspricht die Gebrauchsanweisung der Promotion-Agentur. Besser noch: Jeder nimmt für sich das Angenehmste aus der Lehre der Zen-Meditation, schaltet komplett ab und lässt
Suzuki dazu endlos rotieren. Hilft garantiert!
--Michael Rütten
INTRO
In Wien weiß man doch noch immer besser als anderswo, wie man Downbeat ohne Kitsch definiert und schläfrige Tiefgründigkeit erzeugt, ohne einschläfernd zu sein. Die Stadt ist tatsächlich so langsam wie ihr Klischee, und ihre düsteren Gäßchen, ihre barocke Schwülstigkeit und ihre Kaffeehaus-Kultur inklusive relaxtem Schmäh lassen wohl auch nichts anderes zu. Rupert Huber und Richard Dorfmeister kennen sich bereits aus ihrer Schulzeit - doch während Huber experimentellere Wege in der Klangforschung einschlug, tat sich Dorfmeister mit Peter Kruder zusammen und stieg zu den ungeahnten Höhen eines Downbeat- und Remix-Superstars auf. Die beiden liefen sich erst 1994 wieder über den Weg und hoben Tosca aus der Taufe. Bald darauf legten sie ihre Debütmaxi 'Chocolate Elvis' vor, von der es erst kürzlich eine Sammlung ganz wunderbarer Remixe von u. a. Rockers Hi-Fi und Boozoo Bajou zu erstehen gab. Nach der zweiten, nicht minder erfolgreichen Veröffentlichung 'Fuck Dub' sowie dem Debütalbum 'Opera' nun ist 'Suzuki' bereits der zweite Langspieler der beiden. Der Name versteht sich als Tribut an den Zen-Meister Shunryu Suzuki - und wie ein aufgeräumter, fokussierter Zen-Garten verbreitet sie Ruhe und Entspannung, Wohlgefühl und Konzentration. Auf wohligen Dub-Fundamenten fußend, hallen feine Echos, schwelgen organische Pianos und dengeln auch mal Brazil-Glöckchen, während Frauenstimmen schmachten und leiden. Edler, deeper, gehaltvoller und zurückgelehnter als andere, ohne zu schmusig zu sein. Musik, die alle anderen Musiken dieser Welt tief inhaliert zu haben scheint.
Florian Sievers / Intro - Musik & so
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