Der Roman ist ohne Zweifel lesenswert, ich hatte mir jedoch etwas mehr versprochen.
Katie Wilkinson scheint von Matt, dem Mann, den sie liebt, den sie heiraten wollte, dem sie nah wie keinem anderen war richtig belogen worden zu sein. Wie könnte es sonst sein, dass er von einem Tag auf den andern verschwindet, sie verlässt und keinerlei Erklärung abgibt. Und das natürlich in dem Augenblick, als sie definitiv weiß, dass sie schwanger ist. So weit die Rahmengeschichte des Romans. Das Tagebuch, das wenige Tage nach seinem Verschwinden bei Katie abgegeben wird, eröffnet eine andere Gesichte.
Es ist die Geschichte von Matts Frau Suzanne. Sie hat dieses Tagebuch ihrem kleinen Sohn Nikolas gewidmet. Voller Freude erzählt sie darin von dem Glück, Mutter zu sein, von ihrer nahezu idealen Liebesbeziehung mit Matt. Während Katie die Aufzeichnung liest, schwirren in ihrem Kopf Fragen ' Wo ist Suzanne? Hat Matt diese perfekte Ehe mit ihr leichtfertig zerstört? ', Zweifel ' Sie kann diese Frau, die ihr scheinbar alles genommen hat, nicht hassen! ' und Ängste durch den Kopf.
Katie ist wie gesagt nur die Rahmengeschichte, Suzanne ist die eigetnliche Haupt-(und Ich-)Erzählerin. Aber ihre Story zieht sich teilweise wie Kaugummi. Und sehr berührend fand ich das Buch auch wieder nicht. Während der ganzen Zeit musste ich nur einmal (beim allerletzten Tagebucheintrag) schlucken. Das eigentliche Ende (Katies Ende) war eher nichtssagend.
Was ich gut fand, war der kleine Konflikt für den Leser. Fiebert man für Katie, mit der man Mitleid hat, mit (die man ja schließlich zuerst "kennenlernt")? Oder hofft man verzweifelt für Suzanne, die man ja während des Großteil des Buches begleitet? Denn obwohl beide Frauen symphatisch sind, kann nur eine schließlich "gewinnen".
Wer alle Nicholas-Sparks-Romane verschlungen hat, liegt hier nicht falsch, allerdings reicht "Suzanne's Diary for Nicholas" nicht an "Zeit im Wind" von Sparks heran.
Für alle Nicht-Muttersprachler: Das Englisch ist leicht und zu verstehen, deshalb rate ich zur Originalausgabe.