Mein t6 ist an und für sich super! Er ist zuverlässig, bietet, wenn man die Vielzahl der Möglichkeiten in Betracht zieht, eine klare Benutzerstruktur,ist gut abzulesen, die Kopplung mit verschiedenen Pods (bei mit:Foot- und Rad-Pod) funktioniert gut, EPOC, beim t6c auch während des Trainings abzulesen, ist eine feine Sache zur Trainingssteuerung usw.
Was zunächst selten aber mit zunehmendem Alter des Belts immer mehr ein Problem ist: Der Brustgurt!Er ist unzuverlässig, fällt immer wieder einmal für Sekunden oder Minuten aus - dieses Leiden hatte er von Anfang an. Nun, nach nicht einmal zwei Jahren hat er mir zunächst völlig irre Pulswerte gemeldet, z.B. 40 Schläge/Minute bei einer Laufgeschwindigkeit von 11,5 km/h. Ich habe alle Batterien ersetzt, um alle Fehler von dieser Seite auszuschalten. Keine Besserung. Kurz darauf hat er sich in die ewigen Jagdgründe verabschiedet ... . Das Forum auf der Suunto-Page ist voll von Kunden, die über ähnliche Erfahrungen berichten. Tenor: Alle zwei Jahre ist ein neuer Gurt fällig. Und wenn man Glück hat, arbeitet der Gurt während dieser Zeit so leidlich zuverlässig. Nur: Ohne genauen Gurt ist keine Trainingssteuerung möglich, EPOC für die Katz usw. Die wichtigsten Funktionen werden somit durch ein Teil wertlos, das eigentlich lächerlich einfach und robust sein könnte. Weder die Brustgurte bei meinen Polar-Geräten noch bei meinem HAC4, der eigentlich einen miesen Ruf hatte, haben mich jemals im Stich gelassen (volle Batterien voraus gesetzt ;-) ). Es ist ein Witz, dass Suunto das nicht hinbekommt. Die Klagen über den neuen tragefreundlicheren Gurt sind nicht weniger dramatisch. Seht Euch die Einträge unter "Diskussion" auf der Suunto Page an! Ein Zitat:
"Does anyone know if the Comfort belt is just unreliable or is it typical for other manufacturers when taking as much data as it will record such as the R-R data? Drop outs seem to be a real issue with the Comfort Belt and just from the little experience I have with it, it seems very un-reliable. Error rates of over 25% on the overall data stream seems poor to me.
AFTER four pages of this thread these conclusion has been reached:
In summary from what I'm reading here and in other threads:
- a comfort belt turned out to be not the correct version for a T6c
- putting objects such as your body (wrist) between transmitter and watch increases error rate
- error rate is acceptable and missing data is essentially smoothed by the both FBA/STraM software
- Suunto seem to be happy to test/replace any genuinely faulty belt
- there were issues with cracking plastic from stress on the older ANT belt
- if the belt misbehaves it usually helps to flip the ends - e.g. connect them the other way.
-make sure that the belt is clean and has no residue built-up or film on the electrode pads."
Das fasst die Miesere ziemlich gut zusammen.
Allerdings höre ich von neuen Polar-Gurten auch nichts Gutes. Auch dort scheinen Ausfälle häufiger vorzukommen.
Da fällt eine fehlende Möglichkeit des Suunto in Verbindung mit dem optionalen GPS-Pod schon fast nicht mehr ins Gewicht: Es ist nicht möglich, die bewätigte Strecke z.B. über GoogleMaps sichtbar zu machen. Polar und Garmin bieten diese Möglichkeit. Ich finde das eine feine Sache, das kann schon eine Motivation sein. Und wenn ich vom Radtraining in Gran Canaria zurück komme, sähe ich mir gerne nochmal die Strecken, die ich gefahren bin, auf dem heimischen Bildschirm an, um in Erinnerungen zu schwelgen :-). Anmerkung bei der Überarbeitung der Rezension: Alle GPS-Pods scheinen Probleme bei der Verbindung zu den nötigen Satelliten zu haben (siehe dortige Rezensionen), die Fehlerquote scheint teilweise 20% zu betragen => wertlos. Die Pods mit Beschleunigungssensoren oder Magnet-Signalgeber sind da wesentlich präziser.
Eigentlich ist der t6c ein wunderbares Gerät. Eigentlich. Umso unverständlicher ist es, dass Suunto die Probleme mit den Brustgurten nicht in den Griff bekommt. Oder will man das gar nicht? Schließlich kostet ein Gurt mindestens 60 Euronen. Ich überlege, wieder auf Polar umzusteigen. Vielleicht sind die Gurte doch besser.
Update am 6. September 2009:
Inzwischen habe ich an Suunto geschrieben und meine Probleme mit dem Gurt beschrieben. Am nächsten Tag bekam ich eine Mail, in der Suunto die Probleme, die ich mit ihrem Produkte hatte, bedauerte und mir anbot, den Gurt auszutauschen. Ich solle nur das Rechnungsdatum, die Seriennummer und meine Adresse angeben, dann würden sie mir einen neuen Gurt schicken. Das habe ich getan. Wohl gemerkt ohne Kopie der Rechnung, Angabe des Händlers, bei dem ich den Gurt gekauft habe. Drei Tage (!) später war der neue Gurt in meinem Briefkasten. Und ich habe keinen Euro bezahlt! Über diesen Service bin ich fast sprachlos. Zumal ich jetzt den neuen Comfort Gurt habe, der sich tatsächlich besser trägt als der alte Belt. So unkompliziert, schnell und kundenorientiert, das erlebe ich selten! Für den Service gäbe ich glatt 7 Sterne, wenn ich könnte.
Zum Comfort Belt: Ihn mit dem t6 zu "pairen" funktionierte einfach und schnell und er trägt sich sehr gut. Gestern bin ich dann gleich mal 16km gelaufen um den Gurt zu testen. Und siehe da: Auch er fällt manchmal aus. Nicht oft oder lange zwar, so um eine Minute, aber ich verstehe das nicht so recht. Was hilft: Den Sender vor dem Brustbein greifen, vom Körper abheben und dann zurück schnellen lassen. Nach dieser Maßnahme funktioniert die Übertragung meist wieder. Meist. Aber warum die Ausfälle?!
Übrigens ist es möglich, den t6 für ca. 70 Euronen auf den t6c aufrüsten zu lassen. Dann sieht man EPOC in Echtzeit während des Trainings und kann das Cadence Pod beim Radfahren verwenden (dachte, das ginge auch mit dem t6?). Wer bei der Aktion nochmal 30 Euronen drauflegt, bekommt dann auch einen Comfort Belt mitgeschickt.
Somit bleibte ich bei meinem t6, freue mich - hoffentlich lange - an einem relativ gut funkionierenden Belt und überlege auf t6c aufzurüsten. Ich wünsche Euch allen viel Spaß beim Training und bei Euren Wettkämpfen!