Die Personen für ihre Krimis, so offenbart uns Patricia Highsmith unbefangen, mischt sie sich einfach zusammen: Sie nimmt die äußeren Kennzeichen einer Person A aus ihrem Bekanntenkreis und kombiniert sie mit den Charaktereigenschaften einer Person B. So hat sie einerseits die nötige direkte Anschauung, die sie zum genauen Schreiben braucht, und gleichzeitig bringt sie ihren Freundeskreis nicht allzu sehr in Aufruhr. Und sie hebelt damit - wie nebenbei - ein Prinzip der trivialen Literatur aus den Angeln. Denn bei Billig-Büchern gilt immer noch die Faustregel, dass man den Guten auch ansieht, dass sie gut sind, und den Bösen, dass sie böse sind - kurz: Personen müssen auch so sein wie sie aussehen. Nicht bei Highsmith. Und so wie in diesem Beispiel sehen ihre Hinweise zum Schreiben aus: lakonisch und praktisch. Sie sagt nicht, wie man schreiben soll, sondern wie sie geschrieben hat. Für jeden, der sich für das Schreiben interessiert, geradezu Pflichtlektüre; denn wir blicken in die Werkstatt einer der größten Autoren ihres Genres.