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Susan Sontag. Geist und Glamour: Biographie
 
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Susan Sontag. Geist und Glamour: Biographie [Gebundene Ausgabe]

Daniel Schreiber
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 342 Seiten
  • Verlag: Aufbau-Verlag; Auflage: 2., Aufl. (Oktober 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3351026498
  • ISBN-13: 978-3351026493
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 13,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 256.608 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Daniel Schreiber
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die erste Biographie über die große amerikanische Schriftstellerin: Auf der Grundlage zahlreicher neuer Quellen und Gespräche u. a. mit Nadine Gordimer, Robert Wilson, Michael Krüger sowie Sontags Sohn David Rieff. Susan Sontag galt mit ihrer markanten Erscheinung, den pechschwarzen Haaren und der exzentrischen silbergrauen Strähne, als erste öffentliche Intellektuelle Amerikas und Celebrity zugleich. Sie trat in Filmen von Andy Warhol und Woody Allen auf, wurde von Annie Leibovitz und Diane Arbus fotografiert, war Werbegesicht der Wodka-Marke »Absolut« und verfasste gleichzeitig kulturkritische Essays. Darüber hinaus machte sie sich als Filmemacherin, Theaterregisseurin, Dramatikerin und Romanautorin weltweit einen Namen. Diese erste Biographie der politischen Provokateurin zeichnet das herausragende Bild einer widersprüchlichen und glamourösen Frau, deren Leben die kulturellen und medialen Umbrüche des 20. Jahrhunderts spiegelt.

Über den Autor

Daniel Schreiber, geboren 1977, studierte in Berlin und New York Literatur und Theaterwissenschaften, Slawistik und Performance Studies. Heute lebt er in New York und schreibt als freier Journalist unter anderem für die taz, Theater heute, Freitag und die Frankfurter Rundschau.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe die Biografie über die weltweit bekannte Intellektuelle Susan Sontag mit großem Interesse gelesen. Der Autor, obwohl gerade erst 30 Jahre alt, hat hier eine lebendige, spannende, sehr kenntnisreiche Lebensgeschichte einer der populärsten zeitgenössischen Autorinnen zu Papier gebracht und er verhält sich der genialen wie wohl zeitlebens sehr anstrengenden Sontag gegenüber angenehm neutral und mit einem klaren Blick aus der Distanz.

Faszinierend für mich ist, dass Sontag - obwohl nur ihre Essays auf ungeteilte Begeisterung stiessen - sie dennoch auch für andere Arbeiten mit Preisen überhäuft wurde. Romane wie Theaterinszenierungen oder auch ihre Arbeiten als Film-Regisseurin wurden (auch von den renommiertesten amerikanischen wie europäischen Kritiker) bitterböse auseinandergenommen und in Grund und Boden rezensiert. Ihrem legendären Ruf einer einmaligen Intellektuellen aber hat das interessanterweise nie geschadet.

Privat liebte sie Männer wie Frauen und war bis zu ihrem Tod mit der Fotografin Annie Leibovitz liiert. Vital wie eine 21jährige, auch noch im stolzen Alter von über 70, blieb sie bis zum Schluß ihres Lebens enorm neugierig und an allen kulturellen Erscheinungen interessiert.

Sie starb an Krebs. Diese Krankeit hat sie rund 20 Jahre begleitet.

Dieses Biografie über das intensive wie mutige als auch streitlustige Leben einer hochinteressanten politischen Frau, die mit vielen weltberühmten Zeitgenossen in enger oder loser Freundschaft stand, liest sich wie das Who is Who der amerikanischen Kunst - und Intellektuellenszene.

Uneingeschränkt empfehlenswert.
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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sehr beeindruckend! 4. Februar 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Zunächst einmal: Ich teile die Ansicht Elke Heidenreichs und meines Vor-Rezensenten nicht, das der noch sehr junge Autor Daniel Schreiber sich schwer damit getan hat, das umfangreiche essayistische und fiktionale Werk Susan Sontags zu beurteilen.
Im Gegenteil: Mir hat sehr gut gefallen, das er wenig wertend die in ihrer Qualität ja doch sehr unterschiedlichen Texte der Schriftstellerin und Intellektuellen Susan Sontag vorstellt und in den Kontext ihres Entstehens stellt.

Auch insgesamt gilt es hier nach meinem Empfinden eine außergewöhnliche Biographie zu loben:
Denn Daniel Schreiber, Jahrgang 1977, hat sich intensiv mit dem Leben und Werk Susan Sontags beschäftigt.
Das mag zuweilen ein schwieriges Unterfangen gewesen sein, denn Susan Sontag leistete der Mythenbildung um ihre Person durchaus Vorschub.
Sie erfand sich immer wieder neu und schaffte es immer wieder, Trends zu setzen. Dabei blieb sie jedoch stets ihren selbst gesetzten intellektuellen Standards verpflichtet. Das ist sicherlich ein Grund für ihre anhaltende Popularität und den Einfluss, den sie auf die kulturelle Entwicklung von den Sechziger Jahren bis in das neue Jahrtausend in Amerika und Europa nahm.

Daniel Schreiber beschreibt den ungewöhnlichen Weg dieser Frau:
Aus der Provinz stammend, verschlingt sie früh gewichtige literarische Werke und ist entschlossen, ihrem frühen Vorbild Marie Curie nachzueifern.
Sie durchläuft mit Bravour High School und College, heiratet früh einen ihrer Professoren, bekommt ein Kind und lässt sich wieder scheiden.
In New York setzt sie sich schließlich mit ihren avantgardistischen Texten rasch durch, schlägt eine Brücke zwischen Hoch- und Populärkultur und lebt ein sehr leidenschaftliches Leben mit vielen Beziehungen und einem gewaltigen Arbeitspensum. In den siebziger Jahren erkrankt sie zum ersten Mal an Krebs und nimmt einen ungeheuer kräftezehrenden Kampf auf.
Ihr gelingt es für's Erste, die Krankheit zu besiegen und mit ihren bis heute unerreicht gebliebenen Essays endgültig eine breite Leserschaft zu erreichen.
In der Folge meldete sie sich noch häufiger zu Wort, wenn in der Welt das Recht auf freie Meinungsäußerung mit Füßen getreten wurde, als PEN-Präsidentin Amerikas erfüllte sie ihr Amt mit einem ganz eigenen Stil.
In ihren Beziehungen war Susan Sontag schwierig, Freundschaften und Liebschaften zu Männern wie zu Frauen zerbrachen. Die weltberühmte Fotografin Annie Leibovitz, ihre Gefährtin in den letzten fünfzehn Jahren, begleitete sie jedoch bis zu ihrem Tod.

Der Untertitel des Buches "Geist und Glamour" ist sehr passend ausgewählt, denn Susan Sontag hatte und vereinte beides.
Und mit beiden Attributen spielte sie, auch wenn sie es "manchmal satt hatte, Susan Sontag zu sein".

Daniel Schreiber hat ein umfassendes, sehr lesenswertes und hoch interessantes Lebensbild verfasst. Auch wenn der Leser vielleicht nicht unbedingt ermutigt wird, sich in die sehr komplexen Gedankenwelten der Sontag hinein zu denken und zu lesen, bekommt man einen wunderbaren Abriss über Leben und Werk!
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der in New York lebende Literaturwissenschaftler Daniel Schreiber hat eine bemerkenswerte Biographie über die 2004 verstorbene amerikanische Intellektuelle Susan Sontag (geb. 1933) vorgelegt.
Schreiber beginnt die Darstellung des Lebens der amerikanischen Kritikerin und Schriftstellerin mit deren Kindheit zwischen 1933- 1944. Sontag hat später in ihren Essays " On Photography" und " Where the Stress Falls" Anmerkungen zu jenen Tagen aufgezeichnet. Die Schriftstellerin wurde in New York als Tochter sekularistierter jüdischer Eltern geboren, hielt sich mit diesen ein Weile in China auf und musste nach dem frühen Tod ihres Vaters- er war Pelzhändler- den sozialen Abstieg ihrer Familie miterleben. Sie verbrachte längere Zeit in Arizona und befasste sich aufgrund ihrer Hochbegabung sehr früh mit Literatur.
1947 besucht sie dann die Hollywood High School, fühlte sich intellektuell aber unterfordert. Im Alter von 14 Jahren las sie bereits Kafka und Mann, begeisterte sich für ausländische Filme, wie Jean Cocteaus " La Belle et la bete" (1946) oder Rosselinis " Roma, citta aperta" (1945) und las eine Reihe interessanter Zeitschriften, die ihren Willen zur Intellektualität zum Ausdruck brachten. Eine Begegnung mit Thomas Mann fällt in diese Jahre , von der die Presse später immer wieder schrieb.
Im Alter von 16 Jahren wechselte Sontag auf das College , heiratete mit 17 und wurde mit 19 Mutter. Der Soziologie- Dozent Philip Rieff war für sie ihre erste große Liebe. Mit ihm führte sie ihre ersten emotionalen und intellektuellen Kämpfe aus und lebt zunächst in einer nahezu symbiotischen Ehe, doch Sontag bricht aus ihrer Ehe , die sich zwischen erotischer Repression und intellektueller Offenheit bewegt, aus, nachdem sie 1957 ihren Harvard-Magistertitel in Philosophie erworben hatte und geht nach England, um an der Oxford Universität an ihrer Dissertation zu schreiben. Ihr Thema sind die metaphysischen Voraussetzungen von Ethik. Von Oxford gelangt sie nach Paris, der Stadt ihrer Kindheitsträume. Hier genießt sie das Boheme-Leben der Intellektuellen, vertieft sich in die kulturelle Szene und lernt , dass " die persönliche Meinungsbildung nicht weniger als ein existentielles Drama ist, das weit über das Schmieden universitärer Allianzen hinausreicht, und mehr noch, dass das Einnehmen einer intellektuellen Position auch von persönlichen Intuitionen, Vorlieben und Idiosynkrasien beeinflusst werden kann, erst recht wenn sie nicht Teil des akademischen Diskurses sind."
Zurück in New York verabschiedet sie sich endgültig von der Ehe und beginnt in New York das Leben als freie Autorin . Es dauert nicht lange und sie zählt, nicht zuletzt aufgrund ihrer brillanten Analysen und hervorragenden Essays, zu den intellektuellsten Köpfen der USA. Sie hatte Zugang zu exklusiven Zirkeln, wo sich die High Society New Yorks mit Literaten, Künstlern und Intellektuellen traf, weil sie , so vermutet Schreiber, eine unwiderstehliche Mischung aus Geist, Hipness , Sex und Schönheit ausstrahlte. Bobby Kennedy und Warren Beatty lagen ihr zu Füßen. Sontag hatte Starqualitäten, diese setzte sie gekonnt auf der medialen Bühne um. Ihr Foto zierte u.a. auch die Seiten von Vogue und Mademoiselle.
Schreiber geht in seinem Buch auf viele der wunderbaren Essays von Susan Sontag näher ein, etwa auf " Camp", " Kunst und Antikunst " auf " Über Fotographie" und " Krankheit als Metapher". Auch erfährt man von ihren unzähligen Kontakten zu vielen bedeutenden Intellektuellen ihrer Zeit. Diese in der Rezensionen alle aufzuzählen wäre müßig.
Die Essayistin engagierte sich gegen den Vietnamkrieg. Sie entwarf gemeinsam mit anderen Autoren, wie etwa Baldwin, Hardwick und Norman Mailer Protestbriefe, nahm an vielen Demonstrationen teil und reiste nach Hanoi ins Kriegsgebiet. Ihre Eindrücke hält sie im Essay "Reise nach Hanoi" fest.
1967 beendet sie ihren Roman "Todesstadion" und erhält schlechte Kritiken. Er wurde als " Existentialisten-Kitsch" bezeichnet und sollte für die nächsten 25 Jahre der Roman Sontags sein.
In der Folge reiste sie nach Kuba und begeisterte sich für die Revolutionshelden Che Guevara und Fidel Castro und versuchte alsdann einen Filmkarriere mit kreativer Dynamik voranzutreiben.
Ihre Essays, die sie zu dieser Zeit veröffentlichte, waren weiterhin brillant.
Zum Feminismus jener Jahre scheint sie ein ambivalentes Verhältnis gehabt zu haben. Sie sah diesen zwar als eine der wichtigsten Entwicklungen dieser Tage, doch sie bemerkte, dass in seinem Zentrum die Beschäftigung mit Mittelmäßigkeit stehe. Für sie war es eine Bewegung für die Rechte durchschnittlich begabter Frauen.
Einer der meist verkauften Essays Sontags ist der Essay " Faszinierender Faschismus". Für die Essayistin waren Riefenstahls Filme Meisterwerke " weil sie die komplexen Bewegungen der Anmut und Sinnlichkeit im Bild einfangen" und die Kategorien der Propaganda und selbst der Reportage" übersteigen.
Des weiteren liest man von ihrer Krebserkrankung und den damit verbundenen materiellen Problemen und dem Essay " Krankheit als Metapher", das ein Plädoyer für den unverstellten Umgang mit Krebs und eine intellektuelle Achterbahnfahrt durch die Kulturgeschichte der Krankheit darstellt.
Ab 1987 amtiert Sontag als Pen-Präsidentin. Zu diesem Zeitpunkt engagierte sich der Pen-Club sehr für die Einbürgerung der Dissidenten aus dem Ostblock. Sontag reiste zu vielen Schriftstellertreffen weltweit. Ihr Bekanntheitsgrad verstärkte sich.
1992 veröffentlichte sie ihren Roman " Der Liebhaber des Vulkans", den Schreiber in der Biographie hervorragend zusammenfasst und sich zur Kritik seitens der Presse auch auslässt.
Die Süddeutsche Zeitung sprach Sontag psychologisches Einfühlungsvermögen ab und erläutert welche Auswirkungen dies auf den Roman habe.
Sontag wandte sich gegen den Krieg in Jugoslawien. Für sie ist Krieg " Lärm- wahnsinniger Lärm- und Tod überall um dich herum. In jedem Moment kann dir der Kopf weggeschossen werden und den Menschen zu deiner Rechten oder deiner Linken."
Ihr Roman " In Amerika", den sie in ihrem letzten Lebensjahrzehnt verfasst, soll lt. Kritik in seinen Szenen stereotyp und eindimensional sein. Er hat nicht den Erfolg gebracht, den sie vielleicht erhoffte.
Empfehlenswert ist ihr Essay " Die Leiden Anderer", hier beschäftigt sie sich eingehend mit Kriegsfotographie( Rezension Helga König) .
2003 erhält sie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Am 28.12.2004 stirbt die große Essayistin an den Folgen ihrer Krebserkrankung.
Ihre Lebensgefährtin war die berühmte Fotografin Annie Leibovitz.

Das Buch bietet eine Fülle von Fakten, die man unmöglich alle in einer zeilenbegrenzten Rezension ausloten kann.
Schreiber ist es gelungen ein vielschichtiges Bild von dieser komplizierten Intellektuellen zu zeichnen, die es als schöne , kluge Frau nicht leicht hatte in einer Männerdomäne Fuß zu fassen und als geistig ebenbürtig respektiert zu werden.

Ein empfehlenswertes Buch!
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