Joe hat vor einem Jahr seine Frau und seine beiden Töchter bei einem Flugzeugabsturz, den niemand überleben konnte, verloren. Auch sein Leben ist seit diesem Tag am Ende, denn er sieht keine Möglichkeit, hat nicht einmal den Wunsch, sich aus der Trauer zu befreien. Bis eines Tages eine Frau namens Rose in sein Leben tritt, die behauptet, Überlebende des Absturzes zu sein. Doch Rose wird verfolgt und taucht unter. Joe macht sich auf, Rose zu finden in der Hoffnung: Wo eine überlebt hat, haben vielleicht auch andere überlebt.
Der erste Teil des Buches ist stark; Joes Trauer, die Unmöglichkeit, das Geschehene zu akzeptieren, die Perspektivelosigkeit seines Lebens kann ein Leser hautnah mitempfinden. Sehr gut geschildert der unauflösbare Zwiespalt: Einerseits wünscht sich Joe den Tod, um seiner Familie nahe zu sein, auf der andern Seite bringt sein Überlebenswille ihn dazu, rammenden Autos auszuweichen oder sich in Schießereien zu schützen.
Auch die Spannung lässt nichts zu wünschen übrig. Schrittchenweise dringt Joe - und mit ihm der Leser - in das Geheimnis vor, das Rose hütet und das den Flugzeugabsturz erklärt.
Aber die Lösung... Sie greift in alle Schubladen, aus denen sich Geheimnisvolles zusammenschustern lässt: Religiosität und Gottesglaube, Telepathie und PSI-Phänomene und das Ganze verknäult mit Gentechnik, die für jede bedrohliche Mystik gern genommen wird, vor allem, wenn wie hier, gewissenlose Forscher und mächtige Wirtschaftinteressen die Fäden ziehen.
Grauenhaft bis zur Erheiterung: Die Vergleiche. Augen sind "so dunkel wie der Satz auf dem Boden eines armenischen Espressos..." Abgesehen davon, dass es keinen speziell armenischen Espresso gibt, hätte es ein italienischer nicht auch getan?(**)