"Survival" ist sicherlich eher etwas für hartgesottene Reggae-oder Wailersfans, wenngleich das Album getrost zum stärksten (und auch wichtigsten!) gezählt werden kann, was die Band je macht hat. Vorbei die Zeiten des "Kaya"-Liebeslieder-Intermezzos, hier geht es ans Eingemachte.
Survival ist die musikalische Anprangerung sozialer Misstände in der (Dritten) Welt schlechthin. Hier wird Zimbabwe (ebenso wie Afrika insgesamt) ermutigt und gestärkt und auch mit den Schatten der eigenen Vergangenheit gnadenlos abgerechnet (schließlich gilt das überaus berührende und grandiose "Ambush In The Night" wohl niemandem anders, als den Attentätern, die Marley nebst einigen restlichen Wailers im Winter 1976 schwer verwundeten!). "Survival" wirkt dadurch gleichsam tröstend und verstöhrend bedrohlich. Es sowohl musikalisch und textlich unübertroffen gut und jeden Euro wert, keine Frage. Trotzdem ist es für Leute, die die sanfte und versöhnliche Seite der Wailers lieber mögen, als die unverhohlen politische und kämpferische, wohl eher mit Vorsicht zu genießen.