Menschen gehen nicht mehr auf die Straße, stattdessen sind sie in echtzeit an einen Roboter angeschlossen, der das für die tut. Also ein bißchen wie Matrix, nur daß es die Menschen hier auch wissen. Bis auf ganz wenige, machen alle mit.Die Situation ändert sich, als ein Roboter ermordet wird und dank der besonderen Waffe dessen Besitzer gleich mit. Der erste Mord seit Jahrzehnten. Dumm nur daß der ermordete Besitzer gleichzeitig Sohn des Erfinders des ganzen Systems ist.
Polizist Tom Greer (Bruce Willis) und seine Partnerin Peters (Radha Mitchell) ermitteln und rutschen immer tiefer in ein Politikum rein, bis Tom suspendiert wird und sich tatsächlich selbst auf die Straße begibt.
Der Regisseur Jonathan Mostow hat bereits in Terminator 3" gezeigt, daß ihn Action mehr als die Story interessiert. Gerade an diesen Film erinnern mich manche Szenen von Surrogates. T3 war nicht schlecht, aber doch einiges schlechter als die beiden vorhergehenden. Und auch bei Surrogates hätte ich mir gewünscht, daß die wilde Action etwas mehr Substanz gehabt hätte, denn die eigentliche Idee ist nur ein Mix aus den Ideen von mehreren älteren Filmen.
Der "Thriller" ist im Endeffekt sehr dünn und so bleibt vom Film vor allem nur die Action und nach dem Film einiges zum Nachdenken. Denn selbst wenn man sich zunächst die Frage stellt, warum man in aller Welt nicht mehr aus dem Haus gehen sollte, so gesteht man sich später ein, daß das System einiges bietet: so kann man sich seine Puppe mehr oder weniger selbst zurechtlegen.
Wäre es nicht verlockend, wenn man selbst alt und fett ist, sich einen Surrogate (oder Avatar, oder Puppe) zurechtzubasteln ,der aussieht wie Bruce Willis/ George Clooney / Bratt Pit? Wäre es für den einen oder anderen nicht eventuell noch interessanter, sich gar im anderen Geschlecht zu tummeln und sich als Puppe "Jenifer Aniston / Claudia Schiffer" aussucht? Die Gedankenspiele sind endlos und gerade im Freundeskreis sehr unterhaltsam.
Einige Ideen regen sicher zum Nachdenken ein, denn ist es heutzutage nicht bereits längst so, daß viele, wenn nicht sogar so ziemlich alle Informationen, die man bekommt, bereits gefiltert/aufbereitet/zensiert sind? Ist es nicht so, daß viele der heutigen Menschen bereits einen Löwenanteil ihrer Zeit einer Maschine (dem Fernseher) widmen und die Welt nur durch deren Augen sehen? Auch stimmt es sehr nachdenklich, daß bereits heute, sich in den ganzen Netzwerken kaum Anhaltspunkte dafür finden lassen, wer jetzt wirklich den Avatar steuert. Selbst das Geschlecht, das Alter oder die Rasse bleiben stets anonym.
So interessant manche der Ideen scheinen, so schlecht muß die Gesamtnote sein, die ich für den Film vergeben muß, denn auch wenn der generelle Gedanke interessant ist, so ist er weder neu, noch besonders, geschweige denn sinnvoll umgesetzt worden. Die Idee, daß ein Mensch an einen Roboter angeschlossen ist, der seine Befehle vom Menschen erhält und diese in der echten Welt in Echtzeit ausführt und im Gegenzug seine Meßwerte als Gefühle, wie Schmerz und visuelle Wahrnehmungen an den Menschen weitergibt, konnte man schon dem SciFi Buch von S.Lem "Pokoj na ziemi" vor 30 Jahren entnehmen. Vielmehr wurde lediglich ein interessanter, aber sehr alter Ansatz dazu benutzt, einen Baller/Actionfilm mit sehr seichter Handlung auf die Leinwand zu bannen. Trotzdem, den Film sollte man sich angucken, denn alleine die Gespräche danach, über das "was wäre wenn" sind die kurze "Reise in die Welt der Puppen" wert. Je nach Sichtweise kann der Film auch mit vier Sternen bewertet werden, jedenfalls sind es ganz dicke 3.