So wettert der "Prophet"(Ving Rhames), Anführer der "freien Menschen" in Boston. Wir schreiben das Jahr 2017 und das Leben auf der Erde hat sich komplett verändert. Die Menschen haben sich in ihre Wohnungen zurückgezogen und sind per Datennetz mit ihren "Surrogates" verbunden. Das sind Roboter, die das Leben der Menschen führen. Der "Operator", der seinen Surrogate leitet, kann es sich bequem machen, während sein Surrogate, den er sich nach seinen eigenen Wünschen optisch geformt hat, für ihn die Arbeit erledigt. Dass die Surrogates dabei fast unzerstörbar und alterslos sind, ist ein weiterer Vorteil.
Auch Polizist Tom Greer(Bruce Willis) nutzt seinen Surrogate, um die Polizeiarbeit zu erledigen. Die ist ziemlich eintönig geworden, denn seit die Maschinen auf der Straße regieren, gibt es keine Verbrechen mehr. Als dann, nach vielen Jahren zum ersten Mal wieder, ein Mord geschieht, müssen Greer und seine Kollegin Jennifer Peters(Rhada Mitchell) erstaunt feststellen, dass es sich bei dem Opfer um den Sohn des Surrogate-Erfinders Dr.Lionel Canter(James Cromwell) handelt. Der Mörder brachte eine Waffe zum Einsatz, die den Surrogate von Canters Sohn und gleichzeitig ihn, als Operator, tötete. Damit ist das Leben aller Operator in Gefahr. Ziemlich schnell muss Tom Greer zwei Dinge feststellen: 1. Nichts ist so, wie er glaubte. Selbst Canter und Greers Vorgesetzte werden plötzlich zu Verdächtigen. 2. Der Fall lässt sich nicht via Surrogate lösen. Greer muss seine Wohnung verlassen und mit seinem "echten" Körper den Mörder finden...
-Surrogate- ist erst ziemlich spät in meinem DVD-Player gelandet. Das lag vor allem an den negativen Kritiken, die sich Jonathan Mostows Verfilmung von Robert Vendittis und Brett Wedeles Comic aus dem Jahr 2005 einhandelte. Ich war ziemlich überrascht, wie schnell sich diese düsteren Vorboten schlechter Unterhaltung in Nichts auflösten. -Surrogate- ist ein engagierter, ambitionierter Science Fiction Film der gehobenen Güteklasse. Eine nachdenkliche Story, die mit einer hervorragenden Besetzungsliste auf die Leinwand gebannt wurde. Dazu gibt es saubere Stunts und Technikeinsatz da, wo es nötig ist. Den Rest erledigen Schauspieler wie Bruce Willis oder Rhada Mitchell allein mit ihrer Präsenz.
Schon die Comicvorlage hat ein wenig in den Klassikern der SciFi-Abteilung gestöbert. Da sind Anspielungen auf Philip K. Dicks -Blade Runner- erkennbar. Die Reservate der "freien Menschen" hat Mostow ein wenig an John Carpenters -Klapperschlange- angelehnt. Mostow hat jedoch nicht geklaut, sondern lediglich gute Ideen für sich genutzt.
Der größte Reiz von -Surrogates- liegt jedoch in der Story. Die entwickelt sich rasant und spätestens nach der Hälfte des Films fragen wir uns als Zuschauer, ob wir Gut und Böse noch auseinander halten können. Greers schwieriges Verhältnis zu seinem eigenen Leben und seiner Frau Maggie(Rosamund Pike) verpassen dem Streifen dazu noch ein wenig Tiefgang.
So lautet mein Tipp mal wieder: Lassen sie sich nicht abschrecken. Die wenigsten Menschen brauchen die Hilfe anderer, um festzustellen, ob sie einen Film gut oder schlecht finden. Sie können und dürfen das für sich selbst herausfinden. Mag sein, dass sie Bruce Willis lieber in völlig anderen Produktionen sehen wollen, aber wenn sie z.B. mit Willis in -12 Monkeys- gut leben konnten, dann dürfte seine Verkörperung von Tom Greer ihnen keine Schwierigkeiten bereiten. Mir persönlich hat -Surrogates- sehr gut gefallen. Daher gibt es von mir die Empfehlung zum Anschauen.