Die US-amerikanische Formierung Jefferson Airplane gehörte zweifellos zu den führenden Repräsentanten des San Francisco Sounds und des Acid Rocks der 60er Jahre.
Ihre Musik spielte eine zentrale Rolle in der bewusstseinserweiternden Hippie-Ära.
Die Beständigkeit der Band, die sich zunächst 1974 in Jefferson Starship und einige Zeit später im Jahre 1984 in Starship umnannte, ist durchaus beachtlich: Trotz einiger, personeller Neubesetzungen wurden noch bis in die 80er Jahre hinein Charterfolge in den USA verbucht.
Das weitaus beste Werk bildet „Surrealistic Pillow", welches erstmals 1967 nach dem folklastigen „Jefferson Airplane Takes Off" veröffentlicht wurde. Die späteren Alben, wie beispielsweise „After Bathing at Baxter's"(1967), „Red Octopus" (1975) oder "Knee Deep in the Hoopla" (1984) konnten nicht mehr ganz an die etablierte Qualität ihres Vorgängers anknüpfen.
Höhepunkte des Hörvergnügens und festes Fundament der steilen Karriere der Westcoastband formen die Titel „Somebody To Love" und „White Rabbit", welche Grace Slick aus ihrer vorherigen Gruppe „Great Society" mitbrachte. Diese beiden Stücke bilden zwar das Herz des Albums, berauben aber die anderen durchaus ebenbürtigen Lieder nicht die Daseinsberechtigung.
In den Lyrics von „Surrealistic Pillow" werden nicht selten bewusstseinserweiternde Drogenerfahrungen reflektiert oder die Ideale der freien Liebe propagiert. Diese Gegebenheit bescheinigte Jefferson Airplane Höchstkompatibilität zur Hippie-Bewegung, aus deren Mitte sich auch die meisten Fans rekrutieren ließen.
Die Musik verbindet auf elegante und harmonische Weise Fragmente aus dem Folk-, Jazz-, Blues-, Pop-, Psychedelic- und Rockrepertoire; eine angenehme Mischung, die vorallem durch die pulsierende Stimme von Grace Slick beflügelt wird.
Die Synthese von Text und Musik erscheint in keinster Weise artifiziell überhöht, sondern erreicht eine positive Bodenständigkeit ohne direkt ins Belanglose abzugleiten.
Jefferson Airplane werden neben Grateful Dead zu den bedeutendsten Vertretern des Psychedelic Rock bezeichnet. Das Album „Surrealistic Pillow" trägt berechtigt einen beachtlichen Anteil an diesem Status.
Die CD ist also in höchstem Maß empfehlenswert. Man kann sogar soweit gehen, dass man eine Plattensammlung ohne „Surrealistic Pillow" als gänzlich unvollständig bezeichnet.